2020+: Die Cloud wird zum Hub jeglicher IT

von Katja Schmalen

Welche Aspekte sind in puncto Cloud in diesem Jahr ganz besonders spannend? Das wollten wir u.a. von Achim Weiß, CEO von 1&1 IONOS SE wissen.

 

IDC: Die Modernisierung der IT steht in vielen IT-Abteilungen ganz oben auf der Agenda. Welche Aspekte sind innerhalb des Themas Cloud aus Ihrer Perspektive in diesem Jahr besonders spannend?

 

Achim Weiß: Spätestens die COVID-19-Krise hat gezeigt: Eine umfassende Digitalisierung ist erfolgskritisch für Unternehmen und den öffentlichen Dienst. Dabei zeigen mittlerweile auch zahlreiche kleinere Unternehmen starkes Interesse an Cloud-basierten Lösungen. Wichtig dabei ist, dass die Digitalisierung ohne komplette Abhängigkeit von globalen Hyperscalern erfolgt, Stichwort „Digitale Souveränität“.  Dafür ist die Kooperation zwischen Cloud-Anbietern und Managed-Service-Partnern ausschlaggebend. Nicht zuletzt steht das Jahr 2020 im Zeichen umfangreicher IT-Security. Je zentraler die Infrastrukturen und je dezentraler die Anwender, desto größer ist die Gefahr möglicher Eindringlinge. Dem gilt es vorzubeugen.

 

IDC: Viele Unternehmen betrachten eine umfassende Automatisierung von Abläufen im Rechenzentrum sowie die Integration und Orchestrierung von internen und externen IT-Ressourcen und Business Services als einen vielversprechenden Ansatz. Wie bewerten Sie diese Sichtweise?

 

Weiß: Automatisierung ist unausweichlich. Sie reduziert teuren manuellen Aufwand und entlastet Mitarbeiter. Dafür stehen entweder Infrastructure-as-Code oder eine sorgfältig orchestrierte Containerisierung mit Selbstheilung, Redundanz und Fehlertoleranz – alles dem NoOps-Gedanken folgend – zur Verfügung.

 

IDC: Sie sprechen tagtäglich mit Ihren Kunden über die Optimierung der IT und die engere Verzahnung mit den Fachbereichen. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren, die Unternehmen unbedingt berücksichtigen müssen, um die Cloud richtig aufzusetzen oder weiterzuentwickeln?  

 

Weiß: Zum Ersten benötigen Anwender eine kundige Presales-Beratung für ihre Cloud. Status quo, Ziele, Kosten, Erweiterbarkeit, Sicherheit, Datensouveränität – all das gilt es zu erörtern. Professional Services ist in der Cloud unabdingbar.

 

Zum Zweiten müssen die Vorteile der Cloud, also zum Beispiel geringere Kosten oder höhere Effizienz und Flexibilität, den Mitarbeitern des Cloud-Dienste nutzenden Unternehmens verdeutlicht werden. Nur so lässt sich die Akzeptanz der Cloud im Unternehmen steigern.

 

Drittens müssen Cloud Services so einfach gestrickt sein, dass sie existierende Geschäftsprozesse und Fachverfahren aufgreifen und in „As-a-Service“ überführen. Ist erst mal das Vertrauen in die Cloud hergestellt, dürfen diese Services gerne fortentwickelt werden.

 

IDC: Mit welchen Angeboten unterstützen Sie IT-Organisationen und die Fachbereichs-IT in den Unternehmen im Detail? 

 

Weiß: Wir begleiten Unternehmen eng in die Cloud und erleichtern ihnen die Arbeit mit der Cloud. Dafür bieten wir einen Professional Service, dedizierte Account Manager und jederzeit erreichbaren Support mit ausgebildeten DevOps – alles ohne Zusatzkosten. Wir stellen eine leicht bedienbare grafische Benutzeroberfläche bereit, über die per Drag-and-Drop das eigene virtuelle Rechenzentrum erstellt werden kann.

 

Auch unser Netzwerk aus erfahrenen Partnern steht Usern mit Rat und Tat zur Verfügung. Detaillierte Case Studies, White Papers, Tutorials und Best Practices runden das ab. Hinzu kommen Managed Services, wie beispielsweise Managed Kubernetes, oder eine Private Cloud, die den Administrationsaufwand minimiert.

 

IDC: Werfen wir einen Blick voraus: Wie wird die Bereitstellung von IT-Ressourcen in den nächsten zwei bis drei Jahren idealerweise aussehen? Welche Rolle spielt die Cloud dabei? 

 

Weiß: Der „As-a-Service“-Gedanke wird wachsen. Gleichzeitig ist der NoOps-Gedanke auf dem Vormarsch. Ein Gedanke, noch radikaler als DevOps, denn mehr Effizienz geht immer. NoOps fordert die Vereinigung von Development und Operations an und möchte den Betrieb weitestgehend aus der Hand der Menschen nehmen. Software soll durchweg schnell, automatisiert, autonom laufen. Der Trend zur Hybrid-Cloud wird zu mehr Integration führen. Die Cloud dient dabei als flexibler Lieferant benötigter Ressourcen auf Zuruf. Alles in allem wird die Cloud zum Hub jeglicher IT.

Case Study: Cloud Computing bei Architrave

Auf der Management-Plattform von Architrave werden sämtliche gebäuderelevanten Daten in Form von digitalen Assets zur Verfügung gestellt. Ein Dokumenten-Check-up und Services zur Digitalisierung und Archivierung von analogen Dokumenten gehören ebenfalls zum Portfolio. Mit steigender Kundenzahl und nach einigen Jahren bei einem anderen IT-Anbieter wuchs bei Architrave das Bedürfnis nach mehr Flexibilität. Die Suche nach einem neuen Cloud-Anbieter begann mit einer intensiven Marktrecherche. Ein besonderer Fokus lag dabei auf höchsten Datenschutzkriterien und einem persönlichen Qualitätssupport. Mehr dazu lesen Sie in der Case Study.

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