Agile Value: Wie können Unternehmen managen, was sie nicht messen können?

von Katja Schmalen

Für viele Unternehmen ist es eine große Herausforderung, agile Entwicklung zu managen und den damit verbundenen Nutzen ( auch Agile Value) zu messen, wenngleich er durch quantitative Methoden ermittelt werden kann.

Die agile Entwicklung verspricht eine schnellere, flexiblere und besser auf die digitale Transformation abgestimmte Entwicklung für Unternehmen, die sich einem härteren und wettbewerbsintensiveren Umfeld gegenübersehen. Angetrieben durch die Veränderungen des Marktes und der Technologie strukturieren Unternehmen sich selbst sowie ihre Produkte und Dienstleistungen um, um agiler und schneller und flexibler auf Marktentwicklungen reagieren zu können. Agilität ist also sinnvoll, um eine hohe Reaktionsfähigkeit bei der Entwicklung und Bereitstellung von technologischen Lösungen für Unternehmen im Wandel zu erreichen.

Doch häufig ist das nicht der Fall.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Agile zwar eine wichtige Rolle bei der Unterstützung dieser Veränderungen spielen kann und sollte. Allerdings haben viele Unternehmen Probleme, diesen Nutzen zu managen und auszuschöpfen, weil es einfach nicht trivial ist, Produktivität, Qualität, Leistung und Bereitstellung zu messen. Und wir wissen: Was man nicht ohne weiteres messen kann, ist auch nur schwer zu managen.

Warum ist es so kompliziert, den Wert von Agile zu messen und entsprechend zu nutzen? 

Die Wasserfallmethode und andere ziel- oder meilensteinorientierte Entwicklungsmethoden sind mit klaren Definitionen von Projektphasen (Anforderungserfassung, sequenzielle Entwicklung, kodifizierte Entwicklungs-, Test-, Qualitätssicherungs- und Produktionsabläufe) und sog. Milestones strukturiert. Agile hingegen ist eher fließend. Agile misst die Produktivität in Form von qualitativen Messungen, den Story Points, die einen teamübergreifenden Produktivitätsvergleich erschweren. Der Nutzen von Agile basiert auf Einzelpersonen und Interaktionen, die die Entwicklungsarbeit über den Prozess stellen. Es geht darum, funktionierenden Code zu erstellen (und zwar schnell), während die Dokumentation in den Hintergrund tritt. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden im Entwicklungsprozess ist Agile reaktionsschneller und anpassungsfähiger, wobei das Risiko besteht, dass sich der Backlog vergrößert und der Scope sowie die Anforderungen ausgeweitet werden.

Agile eignet sich zwar gut für die Bereitstellung von Funktionen in einem modernen, wettbewerbsorientierten Umfeld, dennoch ist es schwierig, wenn auch nicht unmöglich, den Nutzen zu ermitteln. In der Regel haben Unternehmen in drei Bereichen mit dem Mehrwert von Agile zu kämpfen:

  • Vorhersehbarkeit der Bereitstellung von Funktionen – also die zuverlässige Produktivität
  • Qualität
  • Kosten im Verhältnis zur Leistung, auch bei externen Dienstleistern

Agile Value IDC Metri

Agile Value Management von IDC Metri befasst sich mit diesen Managementherausforderungen, indem es die agilen Entwicklungsanstrengungen über Team- und Produktleistungskategorien hinweg bewertet. Die wichtigsten Faktoren für die Bewertung von Teams sind Produktivität, Kosteneffizienz, Liefergeschwindigkeit und Qualität. Für die Produktqualität bewerten wir Robustheit, Effizienz, Sicherheit, Anpassbarkeit, Übertragbarkeit und Technical Debt. Künftig kann die Teamleistung mit der Leistung anderer Teams innerhalb eines Unternehmens und mit der Leistung anderer Marktteilnehmer verglichen werden. Diese Bewertungen fließen in Management-Dashboards ein, um Trends zu erkennen sowie in technische Dashboards, die spezifische Empfehlungen und Korrekturmaßnahmen aufzeigen.

Vorhersehbare Bereitstellung von Funktionen

Da das Agile Framework um Sprints (typischerweise zweiwöchige Zyklen mit Refactoring, Backlog-Attack, Entwicklung und Just-in-Time-Anforderungserfassung), Story Points für Ziele und Velocity (Story Point Clearing) für den Fortschritt strukturiert ist, ist es für Unternehmen schwierig, diese Metriken in traditionellere Messgrößen zu übersetzen. Es wird wird zwar viel Bewegung und Dynamik aufgezeigt, aber wie das zu einer planbaren Bereitstellung von Funktionalitäten führt, ist schwer abschätzbar. Um hier eine Lösung zu finden, setzt IDC Metri eine bewährte Methode zur Bewertung des Fortschritts und zur Gewährleistung der Vorhersagbarkeit ein – die automatisierte und erweiterte Funktionspunktanalyse (FPA).

Die IDC Metri Agile Value Management (AVM)-Lösung beurteilt den Fortschritt eines Entwicklungsteams mithilfe der erweiterten und automatisierten Funktionspunktanalyse. Die FPA liefert eine konkrete Bewertung des gelieferten Umfangs (Wert) und ermöglicht den Vergleich der Produktivität verschiedener Teams sowie ein Benchmarking mit Branchenkollegen. AVM bietet dem Management übersichtliche Dashboards zur Erfolgsmessung für Produktivität und Liefergeschwindigkeit. Um diese zu messen und zu bewerten, verwendet IDC Metri den funktionalen Output, den ein Team in einem bestimmten Zeitrahmen geliefert hat, und nutzt dabei den NESMA-Standard zur objektiven Bestimmung des Funktionsumfangs von Software. Bei der automatischen Messung der funktionalen Größe misst IDC Metri nach den ISO 19515-Standards der Automated Function Points (AFP) und der Enhancement Function Points (EFP). Diese Informationen werden so dargestellt, dass Manager den Fortschritt bei der Erreichung der Ziele gut nachvollziehen können und Transparenz für das Verständnis und die Prognose der Leistungserbringung gegeben ist.

Agile Value Management

Qualität

Die Gewährleistung einer vorhersehbaren oder effizienten Entwicklung ist nur dann von Bedeutung, wenn das produzierte Ergebnis die für die Erreichung der Geschäftsziele erforderliche Qualität (Stabilität, Sicherheit, Effizienz usw.) aufweist. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Leistungsmessung des Teams mit der Qualitätsmessung des Codes in Einklang zu bringen. Es darf keinesfalls so sein, dass Leistungsmessungen und -ziele die Qualität – wenn auch ungewollt -beeinträchtigen.

Die AVM-Lösung bietet eine Quellcode-Analyse. Diese Analyse ermöglicht eine fortlaufende Bewertung und die Einschätzung von Trends in der Teamqualität im Laufe der Zeit sowie die Ermittlung von Defiziten in den Kernbereichen. Mit dieser Analyse wird ein Engineering-Dashboard erstellt, das die festgestellten (kritischen) Mängel anzeigt, die Gründe für diese Mängel, wo konkret sie festgestellt wurden und wie sie zu beheben sind. Die größten Mängel werden in einen Aktionsplan aufgenommen. Diese Daten werden in einer leicht verständlichen Form auch für Manager bereitgestellt, die für die Steuerung und Sicherstellung der Produktqualität verantwortlich sind.

Das Engineering Dashboard identifiziert eindeutig schlechten Code und kritische Schwachstellen (CVEs), so dass das Entwicklungsteam Qualitätsprobleme besser und schneller angehen kann. Durch die Übernahme der Hinweise aus dem Engineering Dashboard werden die Praktiken des Entwicklungsteams insgesamt verbessert. Qualität und Leistung steigen aufgrund des geringeren Testaufwands, der sich aus den verbesserten Codierungspraktiken ergibt. Durch die Verbesserung der Verfahren und die Identifizierung besserer Methoden wird außerdem potenzieller Stress im Team verringert und neu hinzukommende Teammitglieder können schneller produktiv werden.

Kosten und Leistung

Agile Entwicklungsprojekte werden in der Regel nach dem Prinzip “Time and Materials” (T&M) vergeben, wodurch sich das Kostenrisiko vom Sourcing-Anbieter auf den Auftraggeber verlagert. Früher waren Entwicklungsprojekte in der Regel Festpreisprojekte, bei denen das Risiko (insbesondere das finanzielle) auf den Sourcing-Anbieter abgewälzt wurde. Auch bei internen Projekten waren Budgetierung und Kosten aufgrund der Struktur und Vorhersehbarkeit von Methoden wie Waterfall so besser kalkulierbar.

AVM macht das Kostenmanagement und die Kosteneffizienz einfacher und transparenter, indem es messbare, nachvollziehbare und konsistente Metriken für die Entwicklung bereitstellt. Durch die Möglichkeit des Benchmarking innerhalb eines Unternehmens und im Vergleich zu anderen Unternehmen erhält der Kunde den notwendigen Kontext, um die Bedeutung dieser Analysen zu verstehen (z. B.: Liegt mein Team beim Kosten/Leistungsverhältnis für die Entwicklung in meiner Branche unter dem Durchschnitt?) Darüber hinaus können durch die Bewertung der aktuellen Leistung von Sourcing-Anbietern im Vergleich zu den tatsächlichen Kosten Ziele gesetzt und im Laufe der Zeit konsistent gemessen werden, um diese zu bewerten. Mit seiner Kombination aus Benchmarks für Dienstleistungen und konkreten Leistungskennzahlen vergleicht Die AVM-Lösung die Leistung des Sourcinganbieters mit anderen am Markt tätigen Unternehmen. Auf diese Weise können Einkäufer feststellen, ob die von ihnen beschafften Serviceleistungen im Vergleich zu anderen Anbietern auf dem Markt wettbewerbsfähig sind. Darüber hinaus kann der Einkäufer auf diese Weise sicherstellen, dass die Leistung eines Auftrags im Vergleich zu anderen Anbietern auf dem Markt mindestens gleichwertig ist, d. h., dass der Einkäufer für die Qualität und Produktivität der Entwicklung, die er erhält, nicht zu viel Geld ausgibt.

Ein Kundenbeispiel veranschaulicht das sehr gut. Der Kunde hatte die Anwendungsentwicklung und -wartung nahezu ausgelagert. Er hatte Bedenken, dass das Unternehmen mehr bezahlte, als es an Leistung erhielt. IDC Metri führte eine AVM-Bewertung durch, die auf der Grundlage der in die Sprints investierten Stunden (Kosten) Diskrepanzen im Nutzwert aufzeigte. Die Produktivität lag 30 % unter und die Kosten 22 % über dem Marktdurchschnitt. Die Wartungskosten waren viermal so hoch wie der durchschnittliche Marktwert. Diese Bewertung führte schlussendlich zu Verbesserungsmaßnahmen auf Seiten des Lieferanten, um die Leistungs- und Produktzustandsmetriken einzuhalten (mit fortlaufender Überprüfung durch IDC Metri).

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Wenn man etwas nicht gut messen kann, kann man es auch nicht gut managen. AVM ermöglicht es Unternehmen, klar und eindeutig zu verstehen, wie ihre agilen Entwicklungsteams (Mitarbeiter, externe Dienstleister oder gemischte Teams) arbeiten und welchen Mehrwert sie liefern. AVM adressiert dabei die drei Hauptprobleme von Unternehmen im Zusammenhang mit Agile: Vorhersehbarkeit, Qualität und Kosten. Mit AVM können Organisationen  die agile Entwicklung messen und bewerten, und somit zu einer einfacheren und effektiveren Verwaltung ihres Agile Development kommen.

 


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