Experte André Röhrich im Interview: Cloud-Migration ist eine Lernreise

von Katja Schmalen

Anlässlich der Vorstellung der neuen IDC Studie  „Cloud-Infrastrukturen und Cloud-Architekturen in Deutschland 2021“ haben wir André Röhrich, Head of Competence Center Cyber Security & Cloud Consulting  bei q.beyond u.a. gefragt, was sind aus seiner Sicht die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren sind, die Unternehmen unbedingt berücksichtigen müssen, um die Cloud richtig aufzusetzen oder zu optimieren.

IDC: Cloud Computing ist im Jahr 2021 in den Unternehmen angekommen. Welche Themen sind aus Ihrer Perspektive in diesem Jahr besonders spannend und beachtenswert?

André Röhrich von q.beyond zu CloudAndré Röhrich: Gerade in diesem Jahr wächst der Fokus auf das Thema Cloud Security im Mittelstand weiter. Im vergangenen Jahr konnten viele Kunden ihr Business Continuity Management nur durch PaaS- und SaaS-Lösungen erfolgreich stemmen. Sie sind nun gezwungen, eine Cloud Governance nachzuziehen und vor allem ihre bestehende IT-Security anzupassen oder neu auszurichten.

Generell nutzten viele Kunden Cloud-Infrastrukturen, um ihre IT-Ausgaben weiter zu optimieren. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei die bestmögliche Automatisierung, um die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken. Es gilt das Credo: alles automatisieren, was geht!

IDC: Sie sprechen tagtäglich mit Ihren Kunden über die bestmögliche Nutzung von IT. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren, die Unternehmen unbedingt berücksichtigen müssen, um die Cloud richtig aufzusetzen oder zu optimieren?

André Röhrich: Erstens, einen Königsweg gibt es nicht! Die Planung der Cloud-Migration erfordert strategischen Weitblick, Augenmaß und klare Regeln. Zweitens ist die Cloud-Migration ein dynamischer Prozess und eine Lernreise: Strategien sollten laufend angepasst und erweitert werden. Und drittens setzt die Realisierung von Hybrid-Cloud-Ansätzen eine „Cloudifizierung“ der (internen) IT-Organisation und der IT-Technologien voraus.

IDC: Das Rechenzentrum und die Cloud verzahnen sich immer stärker miteinander. Viele Entscheider verfolgen in diesem Zusammenhang einen Cloud-First-Ansatz. Wie bewerten Sie diese Sichtweise?

André Röhrich: In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen einen radikalen Schwenk zu „Cloud First – alles in die Public Cloud“ vorgenommen. Und das so schnell wie möglich! In der Praxis funktioniert dies aber nur bedingt, denn ein typisches mittelständisches Unternehmen, das zirka 150 bis 400 Applikationen betreibt, hat zum Beispiel im Hinblick auf die unterschiedliche Bedeutung, Reife und technologische Basis dieser Applikationen durchaus seine Herausforderungen.

Entsprechend unterschiedlich gestaltet sich der Business Case für eine (Public-) Cloud-Migration der einzelnen Anwendungen. Hier gilt es zu differenzieren! Mein Fazit: Für Cloud Computing gibt es keine One-size-fits-all-Lösung. Der Business Case entscheidet über das richtige „Cloud-Werkzeug“.

IDC: Mit welchen Cloud-Angeboten unterstützen Sie IT-Organisationen und Fachbereichs-IT in den Unternehmen im Detail?

André Röhrich: Aktuell versuchen viele Dienstleister, sich als Cloud Provider zu positionieren und dabei auch den Mittelstand zu adressieren. Darunter sind einerseits große Anbieter und Cloud-Spezialisten, die auf ein komplettes Service-Portfolio und umfangreiche Expertise verweisen. Andererseits gibt es die angestammten Mittelstandspartner und Branchenspezialisten, die mit Augenhöhe und Branchenexpertise werben. q.beyond – und dies ist meines Erachtens im Cloud-Migrationsmarkt hierzulande einzigartig – fasst dies alles unter einem Dach zusammen: Augenhöhe mit dem Mittelstand, Branchenfokus und ein vollumfängliches Portfolio an Cloud-Migrationsservices.

IDC: Werfen wir einen Blick voraus: Wie wird die Nutzung von IT-Ressourcen in den nächsten zwei bis drei Jahren idealerweise aussehen? Welche Rolle spielen Cloud und Edge dabei? Welche Themen sehen Sie hier?

André Röhrich: Stand heute sind unter anderem die Infrastrukturthemen wie Bandbreiten und Latenzzeiten ein limitierender Faktor in der Nutzung von Cloud-Technologien. Nicht überall sind die entsprechenden Bandbreiten vorhanden oder gar wirtschaftlich. Daher kann es interessant sein, auf WAN-Architekturen wie SD-WAN zurückzugreifen und damit beliebige Wege der Datenübertragung, einschließlich MPLS, LTE und Breitband-Internetdienste, zu kombinieren.

Hierbei spielen unter anderem Edge Devices, mit denen ich bereits in der jeweiligen Lokation Daten sammeln und analysieren kann, eine zentrale Rolle. Die Herausforderungen in der Anwendung dieser Geräte liegen vor allem bei zwei Faktoren: zum einen bei der Auswahl und Nutzung der richtigen Hardware und der richtigen Betriebssysteme, gerade im Hinblick auf Administration und Orchestrierung. Zum zweiten in der Orchestrierung und Erstellung der Container-Dienste auf Basis von Kubernetes. Hier tun sich viele Hyperscaler noch schwer, geeignete und vor allem skalierbare Lösungen am Markt bereitzustellen.

Mit Edgizer bietet q.beyond dem Mittelstand eine innovative skalierbare Lösung zum Verwalten von Edge Devices und ihrer Software. Kunden haben so die Möglichkeit, Themen wie Aktualität und Sicherheit durch ein zentrales, weltweites Software Lifecycle Management zu revolutionieren: Auf einfachem Weg lassen sich neue Applikationen einkaufen, eigene Software-Entwicklungen vermarkten und so völlig neue Geschäftsmodelle mit Edge Computing genieren. q.beyond begleitet Kunden mit geballter Edge-Erfahrung bei der gemeinsamen Entwicklung konkreter Business-Modelle und der Auswahl und Zertifizierung der geeigneten Hardware.

 


Case Study: WEPA Gruppe

Die WEPA Gruppe befindet sich in einem Transformationsprozess, bei dem die Digitalisierung eine entscheidende Rolle spielt. Die Unternehmensstrategie zielt darauf, das während der vergangenen Jahre stark gewachsene Unternehmen so aufzustellen, dass es in einem zunehmend komplexen und sich dynamisch verändernden Markt bestehen kann. Die Organisation und die Prozesse sollen daher stärker an den Kunden ausgerichtet und transparenter werden. Wie das Unternehmen diese Herausforderung adressiert hat, lesen Sie in der Case Study.

IDC Studie Cloud Computing in Deutschland 2021

 

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