Mit Unified Endpoint Management zum intelligenten Arbeitsplatz: Automatisierung ist der Schlüssel

von Katja Schmalen

Auf der Apple WWDC2021 im Juni demonstrierte ein Manager des Unternehmens eine neue Funktion namens Universal Control. Er zog eine Datei über den Bildschirm eines iPad und zweier macOS-Geräte zog – so als ob alle drei ein einziges Gerät wären. Es folgten begeisterte “Oohs” und “Aaahs” im Netz und den sozialen Medien. Wie schon so oft zuvor zeigte Apple damit, wie der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen könnte: nahtlose Integration über mehrere Gerätetypen und Betriebssystemplattformen hinweg, mit einer vertrauten und intuitiven Nutzererfahrung, die auf Produktivität und Geschwindigkeit ausgerichtet ist.

Der selbstgebastelte Arbeitsplatz: Corona und Home Office lassen Arbeitnehmer kreativ werden

Viele Mitarbeiter in Unternehmen arbeiten bereits seit einiger Zeit auf diese Weise mit verschiedenen Geräten – wenngleich nicht auf ganz so raffinierte Art und Weise. Vor allem in den letzten 18 Monaten haben viele Remote-Mitarbeiter produktive, integrierte Arbeitsumgebungen mit den Geräten und Digitaltechnologien zusammengebastelt, die sie gerade zur Hand hatten – oder die sie in den digitalen Regalen von Amazon finden konnten. Ein privates Mac- oder Windows-Gerät kann so etwa zum primären oder sekundären Arbeitsrechner geworden sein. Persönliche Smartphones, die vielleicht gelegentlich zum Abrufen von geschäftlichen E-Mails genutzt wurden, verwandelten sich in Vollzeit-Business-Geräte mit mehreren speziellen Arbeitsanwendungen. Ein vorhandenes Tablet oder ein anderes Gerät wurde als dediziertes Zoom- oder Slack-Gerät eingesetzt oder als App mit einem immer geöffneten und starklaren Fenster.

PCs und Mobilgeräte sind heute fast gleichberechtigt und untrennbar mit dem digitalen Alltag der meisten Mitarbeiter verbunden. Im Enterprise Mobility and Workspace Survey 2020 von IDC geben mehr als 50 % der IT-Entscheider in Unternehmen an, dass PC- und mobile Betriebssysteme für die Produktivität ihrer jeweiligen Belegschaft entscheidend sind. Dies stellt Unternehmen vor Herausforderungen, in denen verschiedene Endgerätetypen (Macs oder Windows-Geräte, iPhones oder Android-Telefone) mit unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen in den “Arbeitsbereich” eingebracht werden. So ist es also durchaus denkbar, dass ein Mitarbeiter einen persönlichen Mac als primäres Arbeitsgerät nutzt, während sein Android-Telefon im Besitz seines Arbeitgebers ist und von diesem bezahlt wird und er vielleicht nebenbei ein persönliches Microsoft Surface-Tablet für Teams-Meetings oder Widows-zentrierte Apps verwendet.

Bottleneck: Verschiedene Gerätetypen und damit verschiedene Verantwortlichkeiten verhindern Automatisierung

Es ist auch nach wie vor üblich, dass unterschiedlichen Gerätetypen mit verschiedenen Systemen von verschiedenen Teams innerhalb der IT-Organisation eines Unternehmens verwaltet und bereitgestellt werden. Das “PC-Team” ist immer noch die primäre Anlaufstelle für die Bereitstellung und Einrichtung von Work-PCs (bspw. Windows 10-Geräte) in großen Firmen. Bietet ein Unternehmen eine “Geräteauswahl” an, kann eine völlig andere Gruppe für die Arbeitnehmer zuständig sein, die sich für ein Apple Mac-Gerät als Arbeitslaptop entscheiden. Im Bereich der Mobilkommunikation hingegen könnte ein wiederum anderes Team für die Bereitstellung und Einrichtung eines Firmen-iPhones oder Android-Geräts zuständig sein.

Auf einer übergeordneten Ebene endet die Herausforderung für die Unternehmens-IT-Organisationen allerdings nicht mit der Bereitstellung, Einrichtung und Verwaltung von Endgeräten. Selbst wenn die IT die Prozesse über verschiedene Formfaktoren und Eigentumsmodelle (und die Buchstabensuppe von BYOD, COYD, COPE, COSU usw.) im Griff hat, stellt sich die Frage nach der Produktivität und der User Experience.

Von Mikrounterbrechungen, Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit

Die größte Herausforderung besteht darin, eine Ansammlung von drei oder mehr Displays und Schnittstellen so zu gestalten, dass sie wie ein zusammenhängender Arbeitsbereich wirken. Eine strenge Geräte- und Datenverwaltung allein kann zwar die Sicherheit der Daten und die Einhaltung der Vorschriften und die Kontrolle über die Aktivitäten der Mitarbeiter gewährleisten, das geht allerdings meist zu Lasten der Anwenderzufriedenheit. Wenn es kompliziert ist, Software zur Produktivitätssteigerung zu finden und zu installieren, wenn Anwendungen mehrere Authentifizierungen über verschiedene Plattformen hinweg erfordern und wenn der Zugriff auf Daten und deren gemeinsame Nutzung schwierig ist, führt dies unweigerlich zu einer Reihe von Reibungspunkten und Mikrounterbrechungen. Einzeln betrachtet mag jede Störung im digitalen Alltag der Anwender nur ein paar harmlose Sekunden ausmachen, doch über einen längeren Zeitraum summiert können sie zu echten Produktivitätseinbußen, mehr Stress und wachsender Unzufriedenheit der Mitarbeiter führen.

Der intelligente Arbeitsplatz: In nur einem Fünftel der Unternehmen Realität

Die Ausrichtung einer IT-Organisation auf ein einheitliches Gerätemanagement und die Bereitstellung eines intelligenten Arbeitsplatz ist nicht ganz trivial. Etwa zwei Drittel der US-amerikanischen Unternehmen sind noch nicht so weit, das ergab der IDC MaturityScape Benchmark: Unified Endpoint Management in den USA aus dem Jahr 2020. Während 70 % der Unternehmen angeben, dass sie erwarten, dass alle Geräte – PCs, Laptops, Telefone und Tablets – in den nächsten fünf Jahren von einer einzigen einheitlichen Endpoint-Management-Plattform verwaltet werden, praktizieren weniger als 20 % der Unternehmen dies bereits in größerem Stil.

Die Zukunft gehört Automatisierungs-, Analyse- und KI-gestützte Enablement-Tools

Automatisierung entwickelt sich schnell zu einer Schlüsselkomponente in Endpoint Management Lösung (wie auch in vielen anderen Bereichen des IT-Betriebs) und könnte Unternehmen dabei helfen, Konfigurationen, Berechtigungen und Zugriffsrechte über mehrere Endpunkte hinweg auf der Grundlage von Benutzeridentität, Rolle und Verhalten zu standardisieren. Darüber hinaus stehen Automatisierungs-, Analyse- und KI-gestützte Enablement-Tools in den Startlöchern, um Unternehmen dabei zu helfen, digitale Arbeitsabläufe auf die Arbeitsweise der Mitarbeiter abzustimmen und dabei den Kontext und die Absicht der digitalen Arbeit zu berücksichtigen. Der intelligente digitale Arbeitsplatz unterscheidet sich deutlich von den alten Prozessen und Normen für die Konfiguration von Mitarbeiter-PCs und anwenderorientierten Systemen. Doch diese neue Art, den Mitarbeitern einen digitalen Arbeitsalltag zu bieten, ist ein wichtiger Bestandteil der IDC-Definition der Zukunft der Arbeit.

Der Autor dieses Beitrags ist Phil Hochmuth, Program Vice President Enterprise Mobility bei IDC. 


Sie wollen mehr über Unified Endpoint Management erfahren? Dann laden Sie sich gerne die neue IDC-Checkliste  “6 Ways to Enhance Your Intelligent Digital Workspace” herunter.

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