CIO Dirk Ramhorst im Interview: Warum wir uns für Cloud First bei Wacker Chemie entschieden haben

von Katja Schmalen

Cloud First oder Cloud Only? Unter anderem dazu haben wir uns in Vorbereitung des IDC Digital Summit Multi Cloud für IT-Entscheider aus der DACH-Region mit Dirk Ramhorst, CIO & CDO bei Wacker Chemie ausgetauscht.

IDC: Herr Ramhorst, Ihr Unternehmen ist bereits seit einigen Jahren in der Cloud unterwegs – Sie gehören im deutschsprachigen Raum sicher mit zu den Early Adoptern Ihrer Branche. Rückblickend betrachtet: Was waren die wichtigsten Meilensteine auf Ihrer Cloud Journey?

Dirk Ramhorst: Wir haben bereits vor fünf Jahren eine Cloud-Strategie beschrieben, die sich unter dem Slogan ‚Cloud First – aber nicht Cloud Only‘ zusammenfassen lässt. Um diese Strategie haben wir einerseits ein Programm unter dem Namen ‚WACKER’s Journey to the Cloud‘ mit einem interdisziplinären Team gestartet, und anderseits u.a. die rechtlichen, Cybersecurity-spezifischen Themen in einem Cloud Assessment beschrieben, den die Dienstleister und Provider sowie internen Nutzer eines Cloudservices durchlaufen müssen.

IDC: Sie fahren diverse Einsatzszenarien im Unternehmen. Gibt es Uses Cases, in denen  Sie mit der Cloud besonders schnell Erfolge feiern konnten? Welche Use Cases eignen sich aus Ihrer Sicht besonders gut für den Einstieg in die Cloud?

Ramhorst: Wir konnten, so glaube ich, alle im Jahr 2020 erleben, dass wir ab März mit Hilfe dieser kollaborativen Cloudservices das Thema Lockdown und damit verbunden das Arbeiten im Homeoffice erfolgreich ermöglichen konnten. Das Thema Collaboration ist dabei sicherlich ein guter Startpunkt.

IDC: In welche Richtung segeln Sie, Herr Ramhorst: Cloud First oder Cloud Only? Lassen Sie uns gerne teilhaben am „Warum“.

Ramhorst: Wie bereits gesagt eher ‚Cloud First‘ – denn in den produktionsnahen Bereichen müssen wir das Risiko einer fehlenden Connectivity zum Internet durch den Einsatz von EDGE-Komponenten mitigieren.

IDC: In der Chemiebranche werden sicher noch einmal ganz andere Ansprüche an Datensicherheit und Compliance in der Cloud gestellt als in vielen anderen Branchen. Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen?

Ramhorst: In der Tat haben wir sehr spezifische Anforderungen, deren Erfüllung wir bei der Evaluierung der möglichen Cloud Serviceprovider berücksichtigen und die ein wichtiges Element unseres Cloud Assessment sind. Im Mittelpunkt stehen Cybersecurity, Backup-Szenarien sowie Fragen rund um das Thema Datenverwaltung.

IDC: Welche Ratschläge würden Sie aus Ihrer heutigen Erfahrung heraus anderen IT-Chefs mitgeben wollen, die noch ganz am Anfang ihrer Cloud-Bemühungen stehen?

Ramhorst: Wie viele Leser vielleicht wissen, bin ich ja im Segelsport sehr aktiv, und aus diesem Grund beschäftige ich mich auch mit dem Wetter. Cloud an sich, also Wolken am Himmel, sind kein Problem – die Frage ist aber, wie unterscheide ich ‚Gute-Wetter-Wolken‘ von dunklen, unheilbringenden Wolken, sprich in der Analogie: Seriöse Anbieter von unseriösen. Hier gibt es viele Informationen zu berücksichtigen. Partner wie IDC können hier sehr gut helfen.

IDC:  Ganz herzlichen Dank für den Austausch, Dirk Ramhorst, und zwar nicht nur hier, sondern auch beim Kamingespräch des IDC Digital Summit Multi Cloud 2021.


Dirk Ramhorst, CIO & CDO bei Wacker Chemie

Nach einer  duale Ausbildung als Software Engineer bei der Siemens AG und einem anschliessenden Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss als Diplom-Kaufmann an der Universität Osnabrück/Kiel war Dirk Ramhorst ab1993 für die IT-Leitung und Beratung  verschiedener Unternehmen wie Leysieffer GmbH und Unilever verantwortlich. Es folgten Stationen in leitender IT-Funktion bei der Siemens AG in München und bei BASF SE in Ludwigshafen, bevor Dirk Ramhorst 2016 im Herbst bei Wacker Chemie als SVP Information Technology CIO/CDO anheuerte.

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