COVID-19 und die weltweite Datenexplosion

von Katja Schmalen

In diesem Jahr werden weltweit mehr als 59 Zettabytes (ZB) an Daten erstellt, erfasst, kopiert und konsumiert werden, so die neusten Zahlen von IDC zur globalen Datensphäre. COVID-19 hat maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen. Der abrupte Anstieg der Beschäftigten, die von zu Hause aus arbeiten, lässt die durch Videokommunikation erzeugten Daten einerseits und einem spürbaren Anstieg des Verbrauchs von heruntergeladenen und gestreamten Videos andererseits explodieren.

Das Verhältnis von uniquen Daten (erstellt und erfasst) zu replizierten Daten (kopiert und konsumiert) ist etwa 1:9, wobei der Trend verstärkt zu replizierten Daten geht. Bis 2024 erwartet IDC ein Verhältnis von 1:10. Während die COVID-19-Pandemie die Erstellung neuer einzigartiger Daten behindert bzw. eingeschränkt hat, hat der stark gestiegene Konsum replizierter Daten das weitere Wachstum der weltweiten Datenmenge angeheizt. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Wachstum bis 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 26 Prozent fortsetzen wird.

IDC geht von folgender Entwicklung aus:

  • Die in den nächsten drei Jahren erzeugte Datenmenge wird größer sein als die der letzten 30 Jahre und die Welt wird in den nächsten fünf Jahren mehr als dreimal so viele Daten erzeugen als in den vergangenen fünf Jahren.
  • Productivity/Embedded Data ist die am schnellsten wachsende Kategorie im Bereich der Datenerstellung mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von >40% für den Prognosezeitraum 2019-2024. Bis 2024 werden die Entertainment-Daten 40% der weltweiten Datenmenge ausmachen, Productivity/Embedded Data wird knappe 30 Prozent betragen, was der Pandemie geschuldet ist.
  • Sensoren werden überall eingebettet und werfen Informationen ab, die zur Kontextualisierung von Daten beitragen können. Diese Daten sowie die zunehmenden Mengen an Metadaten (also Daten über Daten) wachsen aggressiv und werden bald alle anderen Datentypen übertreffen.
  • Der Anteil der Konsumenten an der weltweiten Datenmenge wird in den nächsten fünf Jahren um rund vier Prozent sinken und sich bei rund 50 Prozent einpendeln – die Verschiebung hin zu den Unternehmen wird deutlich.
  • Daten aus der Videoüberwachung einerseits und Datenschutzinitiativen und Gesetzesvorgaben andererseits überlagern sich weiterhin. Das rechte Gleichgewicht zwischen Sicherheit, Personalisierung, Effizienz und individuellem Recht auf Privatsphäre zu finden, wird ganz klar zu den großen Herausforderungen dieses Jahrzehnts gehören.

Wir leben in einer zunehmend videofähigen und videogestützten Welt und konsumieren jedes Jahr eine wachsende Menge an Unterhaltungsvideos – dies alles sind Schlüsselfaktoren, die das Wachstum der weltweiten Datenmengen vorantreiben. Zugleich nutzen wir die von uns aufgezeichneten Videodaten immer produktiver, was zum Wachstum der Produktivitätsdaten beiträgt. Wir sind schon heute gespannt, wie die nächste Bestandsaufnahme ausfällt und halten Sie hier auf dem Laufenden.

Anmerkung: Diese Prognose bezieht die Auswirkungen von COVID-19 für alle Märkte ein, Stand Ende März 2020.

Das könnte Sie auch interessieren