Das sind die größten Baustellen auf dem Weg in die Multi-Cloud

von Katja Schmalen

Lösungsanabieter sprechen tagtäglich mit ihren Kunden über die Optimierung der IT und die engere Verzahnung mit den Fachbereichen. Wir haben einfach mal nachgefragt, wo nach ihren Beobachtungen in den Unternehmen die größten Baustellen auf dem Weg in die Multi Cloud liegen.

Dr. Markus Pleier, Director, System Engineering Central Europe bei Nutanix:  Ich sage es mit Bedauern, weil ich selbst aus der Unternehmens-IT komme: Die IT stellt heute oftmals den wahren Hemmschuh auf dem Weg in die Multi-Cloud dar. Das ist paradox. Schließlich sollten doch die Techniker diejenigen sein, die auf Innovationen setzen. Die Public Cloud hat den Standard in Sachen Flexibilität, Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und verbrauchsorientierter Abrechnungsmodelle gesetzt. Die Cloud muss deshalb in den Rechenzentren der Unternehmen Einzug halten. Nur so lässt sich die IT der zwei Geschwindigkeiten beenden. Nur so wird aus einem Nebeneinander ein Miteinander zwischen privaten und öffentlichen Angeboten. Nur so kann die IT wie bisher für die nötige Stabilität sorgen, gleichzeitig aber Vorreiter und Wegbereiter in Sachen Innovation und digitale Transformation sein. Nur so entsteht eine echte Hybrid Cloud.

Die Cloud hat großes Potential und macht es Fachbereichen immer leichter, unabhängig von der IT zu agieren. Die Ursachen dafür sehen wir zum einer in einer fehlenden Kommunikation zwischen den Fachbereichen und der Unternehmens-IT und zum anderen in der wenig vorhandenen Wahrnehmung der Fachbereiche über Compliance- und Datensicherheit-Pflichten eines Unternehmens. Nur im Dialog sind allumfassende Lösungen, die jegliche Möglichkeiten aber auch alle Pflichten berücksichtigen, möglich. Wir kennen das bereits seit Jahren: am Anfang funktioniert eine schnelle Lösung gut. Sobald etwas passiert, wird die IT in Verantwortung gezogen. Die größten Baustellen sehen wir deswegen vor allem im Außeinanderdriften der Bereiche und im fehlenden Dialog, sagt Axel Frentzen, Senior Technical Partner Manager bei NetApp

Es wird immer noch sehr stark in Themensilos gedacht, sagt Heinz-Joachim Schmitz, CTO IBM Deutschland, Österreich und Schweiz. So beschäftigt sich eine Gruppe mit der Cloud Architektur, eine andere mit der Modernisierung von Anwendungen, eine andere mit dem Data Estate im Unternehmen etc.. Es ist jedoch elementar wichtig die vier Kernthemen eines erfolgreichen Journeys in die Cloud (Infrastruktur-, Daten- und Applikations-Architektur sowie der dafür notwendige Hybrid Multi- Cloud Betrieb inkl. CI/CD Automation etc.) als einen vermischten Modernisierungsansatz zu verstehen und auch umzusetzen. Des weiteren sind das Setzen von Leitplanken für alle Kernthemen sowie die Nutzung von Open Technology zwingend erforderlich.

Es gibt oft unterschiedliche Anforderungen aus der IT und dem Business, sagt Uwe Scheuber, Director Microsoft Business & Cloud bei Fujitsu. Das führt dazu, dass zum einen die Fachbereiche nicht abgestimmt sind und zum anderen sie unterschiedliche Erwartungshaltungen zum Thema generell Cloud haben. Daher ist es zwingend erforderlich, dass eine enge Abstimmung der Bereiche stattfindet und der Weg in die Cloud gemeinsam geplant und durchgeführt wird.

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