Datenbasierte Innovationen: So klappt es mit der Wertschöpfung beim Industrial IoT-Projekt

von Katja Schmalen

Viele Industrial IoT-Anwendungsszenarien haben für sich allein genommen bereits einen Mehrwert. IIoT schafft aber gleichzeitig auch die Grundlagen für neue Umsatzquellen und Geschäftsmodelle, die auf den generierten Daten basieren. Hier sieht IDC  gerade für Industrieunternehmen im deutschsprachigen Raum, denn nur ein Bruchteil hat bislang entsprechende Geschäftsmodelle umgesetzt. Obwohl beispielsweise Predictive Maintenance ein häufig im Einsatz befindlicher IIoT-Anwendungsfall ist, haben nur rund 27 Prozent der rund 250  von IDC im Herbst 2020 Befragten darauf basierend einen Service für ihre eigenen Kunden umgesetzt oder sind dabei, einen solchen umzusetzen. Ähnliches gilt für die Monetarisierung der eigenen Daten, beispielsweise anonymisierter Nutzungsdaten, oder auch für Product-as-a-Service-Geschäftsmodelle, bei denen nicht das Produkt, sondern die Nutzung des Produkts verkauft wird.

Die Studie zeigt, dass sich viele der befragten Unternehmen mit neuen Geschäftsmodellen auseinandersetzen und/oder eine Umsetzung für die Zukunft planen. Alle anderen Firmen müssen aufpassen, dass sie in diesen neuen Märkten nicht abgehängt werden. Dabei sollten die Organisationen unbedingt auf dem Schirm haben, dass die Schaffung datenbasierter Geschäftsmodelle eine mehr oder weniger ausgeprägte Vorlaufzeit braucht. Das gilt sowohl für die Bestimmung des Business Cases selbst als auch für den Aufbau eines verlässlichen Datenstamms. Großes Potenzial liegt neben den eigenen datenbasierten Geschäftsmodellen aber vor allem darin, sich mit Innovationspartnern zu verbinden, um mit diesen Daten zu kombinieren und um neue, gemeinsame datenbasierte Innovationen und Produkte zu schaffen. IDC geht davon aus, dass bereits 2025 20 Prozent des weltweiten Umsatzwachstums auf neuen Kombinationen digitaler Services verschiedener Branchen basieren werden.

 

COVID-19 hat die Unternehmen hierzulande immer noch  fest in der Hand. IDC rät dazu, aus  der aktuellen Situation eine zentrale Erkenntnis mitzunehmen: Viele der ganz großen Entwicklungen in der Welt kann man nicht unmittelbar beeinflussen, das ist einfach so und das bekommen wir gerade auch mehr als deutlich vor Augen geführt. Was man aber immer beeinflussen kann, ist die eigene Widerstandsfähigkeit und auch die Geschwindigkeit, mit der man auf äußere Veränderungen reagiert. Viele innovative Unternehmen erleben jetzt gerade, dass sich ihre Investitionen in neue Technologie auszahlen. Für die bisher untätigen Unternehmen ist spätestens jetzt der Moment gekommen, längst notwendige Modernisierungen durchzuführen und neue Technologien einzuführen, um von den  Vorteilen profitieren zu können.

IDC appelliert an diese Unternehmen, dass als Weckruf zu verstehen. Denn aus Sicht von IDC sind moderne Technologien entscheidend um Krisen durchzustehen, und IIoT ein Paradebeispiel dafür: IIoT hilft kurzfristig dabei, die Effizienz zu optimieren und Kosten zu sparen, um solvent zu bleiben. Mittel- und langfristig ermöglicht es mittels datenbasierter Analysen bessere Geschäftsentscheidungen und legt dank Technologien wie Edge Computing und AI/ML den Grundstein für neue Geschäftsmodelle und Services. Diese können selbstständig erbracht werden – die großen Chancen liegen aber in integrierten IoT-Ökosystemen mit gemeinsamen Geschäftsmodellen. Diese Ökosysteme zu entwickeln, entsprechende Partnerschaften aufzubauen und allgemein akzeptierte Standards zu bestimmen, sollte und wird eine der zentralen Aufgaben für industrielle und industrienahe  Unternehmen in den kommenden Jahren im deutschsprachigen Raum sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Organisationen haben es in der Hand: Wer die technologischen Voraussetzungen am schnellsten bieten kann, wird auch zuerst attraktiv für innovative Partner und hat damit die meisten Chancen auf Innovationspotenziale.

Wie Unternehmen dahin kommen, darüber sprechen wir am 16. Juni beim IDC Digital Summit Industrial IoT mit IDC Analysten, praxiserfahrenen Anbietern und IT-Entscheidern aus der DACH-Region. Zur Anmeldung geht es hier entlang.

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