Erfolgreiche IIoT-Projekte: Offenheit, Skalierbarkeit und Sicherheit sind entscheidend

von Katja Schmalen

Anlässlich der Vorstellung der neuen IDC Studie zu Industrial IoT haben wir uns kürzlich mit Uwe Schnepf, Head of Industrial IoT Solutions & Strategic Partnerships bei q.beyond AG darüber ausgetauscht, was aus seiner Erfahrung heraus unabdingbar für erfolgreiche IIoT-Projekte ist.

IDC: Unternehmen und Anbieter konnten in den letzten Jahren viel Erfahrung bei der Umsetzung von IIoT-Projekten sammeln. Was macht aus Ihrer Sicht IIoT-Projekte besonders erfolgreich und wie tragen Sie zum Erfolg der Projekte Ihrer Kunden bei?

Uwe Schnepf: Wesentlich für den Erfolg ist ein klarer Business Case beim Kunden. Diese Herangehensweise hilft, bei technischen Lösungen keine unnötigen Features bereitzustellen oder zu entwickeln und im Budget zu bleiben. Auf dieser Basis entwickelt die q.beyond AG für ihre Kunden individuelle Lösungen, die an ihre Bedürfnisse und Anforderungen genau angepasst sind. Dadurch, dass wir den Anwendungsfall jedes Kunden und die beteiligten Systemkomponenten sehr genau verstehen und bei der Lösungskonzeption auf Standard-Komponenten für Hard- und Software und Cloud-Plattformen aufsetzen, erhalten unsere Kunden die bestmögliche und kostengünstigste Lösung für ihren IIoT-Anwendungsfall.

IDC: Edge Computing ist wegen seiner vielen Anwendungsfälle insbesondere im Industrial IoT einer der großen Technologietrends. Welche Empfehlungen zur Ausrichtung ihrer Edge-Strategie geben Sie Ihren Kunden, auch in Bezug auf verschiedene Cloud-Betriebsmodelle?

Schnepf: Unternehmen sollten sich frühzeitig mit solchen Architekturen und Komponenten auseinandersetzen und erste Erfahrungen damit sammeln. Vor allem sollten sie auf Offenheit, Skalierbarkeit und Sicherheit der ausgewählten Lösungen achten. Wir empfehlen unseren Kunden, ihre Edge-Strategie kompatibel mit der Architektur der Open Industry 4.0 Alliance aufzusetzen, weil wir glauben, dass deren Ansatz sich in den nächsten Jahren etablieren wird.

IDC: Bei der Vernetzung von industriellen Anlagen, insbesondere auch bei Edge-Anwendungen außerhalb der physischen Unternehmensgrenzen, hat IT-Security eine hohe Relevanz. Mit welchen Mitteln unterstützen Sie Ihre Kunden bei der Absicherung ihrer IIoT-Umgebungen?

Schnepf: Wir sehen IT-Security als einen Grundbaustein jedes Projektes – Stichwort „Security by Design“. Dementsprechend integrieren wir unsere Produkte in die beim Kunden vorhandene Security-Landschaft. Sollte diese nicht vorhanden sein, bieten wir ihm eine Beratung hinsichtlich bewährter IT-Security-Konzepte an. Zusätzlich unterstützen wir ihn durch Standardtechnologien für IT-Sicherheit: von Zertifikaten über verschlüsselte Datenübertragung – von einer zentralen, vertrauenswürdigen Stelle aus – bis hin zu Trusted-Plattform-Modulen in den einzusetzenden Edge Gateways. Eine zusätzliche Absicherung der IIoT-Umgebung im laufenden Betrieb erhält man durch den Einsatz von Third-Party-Software zur Anomalie-Erkennung in dem jeweils genutzten Netzwerk. Auch dies bieten wir dem Kunden an.

IDC: Daten sind Enabler für neue IIoT-Geschäftsmodelle, können aber auch ein Hindernis für die erfolgreiche Umsetzung sein, wenn Kunden die falschen Daten oder am falschen Ort analysieren. Welchen Beitrag leisten Ihre Lösungen für eine effektive und effiziente Datenverarbeitung?

Schnepf: Unsere Lösungen sind plattformoffen. Dies bedeutet: Wo auch immer unsere Kunden ihre Daten analysieren wollen – bei den sogenannten Hyperscalern, on-premises oder an der Edge-Komponente – wir bieten ihnen verschiedene Optionen an, wo welche Daten in welcher Menge erfasst, gespeichert, analysiert oder in die Cloud zur weiteren Betrachtung und für weitere Maßnahmen übertragen werden können. Durch den flexiblen Einsatz verschiedenster Anwendungen in Form von Container-Software hat der Kunde über unsere Edge-Computing-Plattform Edgizer die Möglichkeit, entsprechend benötigte Anwendungen selbst hochzuladen und auf der Edge zu betreiben. Über die Funktionalität dieser Applikationen bestimmt der Kunde: welche Daten wo und wie verarbeitet und analysiert werden. Natürlich alles gehostet in Cloud-Umgebungen, die konform mit dem europäischen Datenschutzgesetz sind.

IDC: IIoT-Anbieter präsentieren sich am Markt entweder als Generalisten oder als Spezialisten für einzelne Branchen oder Anwendungen. Wie planen Sie Ihr IIoT-Angebot in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln?

Schnepf: Mit unserer offenen und skalierenden Edge-Computing-Plattform Edgizer ermöglichen wir unseren Industriekunden den flexiblen Einsatz unterschiedlichster Applikationen für ihre Maschinen über einen privaten Marketplace. Die Plattform bietet auch die erforderlichen Mechanismen, damit Industrieunternehmen mit ihren Kunden deren Nutzung von Applikationen abrechnen können. Zusätzlich zu dieser Plattformlösung bieten wir spezialisierte Produkte und Anwendungen an, die wir selbst entwickeln oder über unsere Partner, wie TeamViewer, SUSE und Advantech, in wachsendem Umfang bereitstellen und mit unserer umfassenden Beratungs- und Implementierungskompetenz ergänzen. In diesem Sinne glauben wir, insbesondere der mittelständisch geprägten Maschinenbauindustrie in Deutschland dauerhaft eine offene und zukunftssichere Plattform ohne unnötigen Vendor-Lock und ohne hohe Investitions- und Betriebskosten bieten zu könne


Case Study: Alfred H. Schütte GmbH & Co.KG

Die Alfred H. Schütte GmbH & Co. KG ist ein führender, weltweit agierender Hersteller von Werkzeugmaschinen. Um aus der Ferne frühzeitig Wartungen an seinen Maschinen anstoßen und Fehlerquellen identifizieren zu können, entwickelte das Kölner Unternehmen ein System zur Erfassung, lokalen Speicherung,  Aufbereitung und Visualisierung von Produktions- und Maschinendaten. Zur Umsetzung  benötigte Schütte eine  Möglichkeit, die entsprechende Software weltweit auszurollen, zu betreiben und Produktverbesserungen von einer zentralen Stelle aus vornehmen zu können. Außerdem sollte über die Lösung der Fernzugriff auf die einzelnen Maschinensteuerungen möglich sein. 

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