Future of Operations: Die Top 10 IDC Predictions für 2022+

von Katja Schmalen

In den zurückliegenden zwei Jahren hat die COVID-19-Pandemie eine Reihe von Herausforderungen und Chancen mit sich gebracht. Die Nachfrage nach vielen Produkten brach zunächst ein und schnellte dann über das vorherige Niveau nach oben. Die Unternehmen waren gezwungen, ihre Mitarbeiter entweder zu entlassen oder ins Home Office zu schicken, und hatten dann anschließend Schwierigkeiten, die Belegschaft wieder zurück in die Büros zu bekommen bzw. neues Personal zu finden. Gleichzeitig entstanden in den Versorgungsketten zahlreiche Engpässe, die sowohl intern als auch extern verursacht wurden.

Die Krise erzwang  rasante Veränderungen in den Abläufen – was normalerweise ein Jahrzehnt gedauert hätte, vollzog sich innerhalb weniger Monate – sodass sich der Übergang zu dezentraleren Abläufen, die Entwicklung dezentralerer Entscheidungsprozesse und die Umstellung auf datengesteuerte Abläufe beschleunigten.

Neue Sensortechnologien, drahtlose Konnektivitätsoptionen, der Siegeszug der künstlichen Intelligenz und die ausgereiften Cloud-Plattformen haben zusammengenommen die Möglichkeit eröffnet, die betriebliche Leistung wesentlich transparenter und berechenbarer zu machen. Sie haben auch die technologischen Barrieren für den Datenaustausch und die Zusammenarbeit im Zusammenhang mit diesen Daten abgebaut. Die größere Herausforderung sind die organisatorischen Veränderungen, die notwendig sind, um diese Innovationen überhaupt nutzen zu können.

Business as usual vs. datengesteuert, auf Zusammenarbeit ausgerichtet und reaktionsschnell?

Während die Welt die COVID-19-Pandemie immer besser in den Griff bekommt, müssen sich die Unternehmen entscheiden. Versuchen sie, an der Art und Weise festzuhalten, wie sie traditionell gearbeitet haben? Oder entscheiden sie sich für ein datengesteuertes, auf Zusammenarbeit ausgerichtetes und reaktionsschnelles Modell? Die Disruption schafft zwangsläufig sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Wir können aber davon ausgehen, dass führende Unternehmen Marktanteile erobern werden, während Nachzügler mit dem Wandel nicht Schritt halten können.

IDC Future of Operations Framework

Die weltweiten Prognosen für die Future of Operations 2022 befassen sich mit der rasant wachsenden Welt der der dezentralen Betriebsabläufen, der immer wichtigeren Rolle der digitalen Technologie und der Notwendigkeit, dem Thema Nachhaltigkeit Priorität einzuräumen.

Die 10 wichtigsten IDC Predictions zur Zukunft der Future of Operations

  1. Bis 2023 werden lediglich 25 % der G2000-Unternehmen ihre Digital-Engineering-Organisation nicht mehr ausschließlich für die Durchsetzung von IT-Richtlinien im Betrieb einsetzen. Diese Unternehmen werden nur sehr eingeschränkt in der Lage sind, einen größeren Nutzen und bessere Erkenntnisse aus ihren Unternehmensdaten zu ziehen.
  2. Bis 2023 werden stattliche 40 % der G2000-Unternehmen alle neuen Prozesse zunächst als Remote-Operations-Prozesse entwickeln, verglichen mit der sehr geringen Anzahl von Remote-Operations-Prozessen im Jahr 2020.
  3. Im Vergleich zu 2 % im Jahr 2021 werden bis 2024 35 % der G2000-Unternehmen ihre Digital-Engineering-Fähigkeiten nutzen, um Betriebsprozesse, Daten und andere Dienstleistungen an Branchenkollegen, Partner und Kunden zu verkaufen.
  4. Verglichen mit weniger als 5 % heute werden bis 2027 40 %  der Verbraucher-Wertschöpfungsketten Kapazitätsinformationen in Echtzeit austauschen, basierend auf erhöhter Verbrauchs- und Nachfragetransparenz.
  5. Bis 2026 werden 60 % der G2000-Unternehmen Nachhaltigkeits-KPIs und -Daten als primäre operative Steuerungsparameter verwenden, verglichen mit weniger als 20 % im Jahr 2021.
  6. Bis zum Jahr 2026 werden 40 % der G2000-Unternehmen KI, Data Governance und eine transformierte Organisationsstruktur einsetzen, um einen belastbaren und übergreifenden betrieblichen Entscheidungsrahmen zu entwickeln, der die Realisierung von Veränderungsprozessen um 25 % beschleunigt.
  7.  Bis 2025 werden 30 % große Marken und Unternehmen operative Abläufe wieder im eigenen Unternehmen oder näher an der Nachfrage ansiedeln, um mehr operative Kontrolle zu haben, die Angebotstransparenz zu verbessern und das betriebliche Risiko zu verringern.
  8.  Bis 2024 wird durch die Nutzung von Daten und Analysen eine Reduzierung der weltweiten CO2-Emissionen in Industrie und Handel um 3 % möglich sein, das entspricht einer Nettoreduktion von über 400 Mio. Tonnen CO2.
  9.  Von 2021 bis 2027 wird die Zahl der neuen physischen Anlagen und Prozesse, die als digitale Zwillinge modelliert werden, von 5 % auf 60 % steigen, was zu einer Optimierung der Betriebsperformance führt.
  10. Im Vergleich zu weniger als 10 % im Jahr 2021 werden bis 2025 60 % der Unternehmen Experten von außerhalb des Unternehmens einsetzen, um das eigene Personal mit KI und Wissensmanagement zu unterstützen.

Der Autor dieses Artikels ist die IDC Analyst Leif Eriksen.

 


Predictions Future of Operations von Leif EriksenLeif Eriksen ist Research Director für IDCs weltweiten Research zur Future of Operations. Sein Team befasst sich mit der Frage, wie digitale Technologien – insbesondere Cloud-, Collaboration- und KI-Technologien – die Betriebsabläufe branchenübergreifend und auch innerhalb der einzelnen Branchen verändern. Im Mittelpunkt steht dabei die Überlegung, wie Unternehmen den Weg zur Umgestaltung ihrer eigenen Abläufe mithilfe digitaler Technologien beschreiten können und sollten.

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