Generation D: Wie Data Natives Unternehmen intelligenter machen

von Katja Schmalen

Daten sind das Lebenselixier der digitalen Wirtschaft, die in den Ökosystemen des digitalen Geschäftslebens erfasst werden. Sie liefern Einsichten, die in organisatorische Prozesse einfließen und zu Maßnahmen führen, die intern und extern Werte schaffen. Damit eine Organisation in dieser neuen digitalen Wirtschaft erfolgreich sein kann, muss sie datengetrieben sein und über eine gute Datenkultur verfügen, was bedeutet, dass sie Technologie und Mitarbeiter benötigt, die die Datenerfassung bis hin zum Datenkonsum verwalten können. Wir sehen eine ständig wachsende Zahl von Stellen, die täglich mit Daten arbeiten, um Aufgaben zu erledigen, Entscheidungen zu treffen und die Geschäftsergebnisse zu beeinflussen, von der Technik bis zum Business, vom operativen Geschäft bis zur Strategie, vom Back-Office bis zum Front-Office.

Gen-D: Die “Generation Data”

Unabhängig von den spezifischen Rollen gibt es gemeinsame Merkmale und Verhaltensweisen, die in der heutigen datengetriebenen Welt eine neue Generation von Arbeitnehmern (und natürlich auch Bürgern) definieren.

IDC definiert die Menschen in diesen Rollen als eine neue Generation: “Generation Data” oder kurz “Gen-D”. Gen-D-Arbeitnehmer sind Data-Natives – Daten sind das, womit sie arbeiten und womit sie ihre Aufgaben erfüllen, taktisch und/oder strategisch. Für die einen sind Daten die natürliche Ressource, aus der sie schöpfen und die sie verwalten, für andere das Medium, mit dem sie arbeiten, um ein Ergebnis zu erzielen – oder auch der Brunnen, aus dem sie Einsicht und Inspiration schöpfen.

Warum bezeichnen wir eine Generation von Mitarbeitern als Data Natives? Im soziokulturellen Verständnis ist eine Generation eine große Gruppe von Menschen, die als „Altersgruppe“ in ihrer Gesellschaft oder aufgrund der gemeinsamen Prägung durch eine spezifische historische oder kulturelle Konstellation eine zeitbezogene Ähnlichkeit aufweisen. Normalerweise werden Generationen chronologisch eingeordnet, also anhand der Jahre, in denen sie geboren wurden. Beispiele aus dem 20. Jahrhundert sind

  • Babyboomer, geboren 1946-1965
  • Generation X, geboren 1966-1976
  • Generation Y (auch Millennials genannt), geboren 1977-1994
  • Generation Z, geboren ab 1995

Die Gen-D ist eine Generation, deren berufliches und privates Leben von Daten durchdrungen sind, die Erfahrungen, Entscheidungen und Ergebnisse verändern. Was den chronologischen Generationen und der Gen-D gemein ist, sind die Kulturverschiebungen.

Jede Generation hat ihre eigenen kulturellen Merkmale entwickelt; Gen-D hat eine Datenkultur. Diese Generation versteht, wie wichtig Daten sind, um ihre Aufgaben effektiv zu erledigen.

Gen-D umfasst etwa ein Viertel der Wissensarbeiter, deren Rollen und Titel die Bezeichnung “Data bzw. Daten” enthalten. Dateningenieure verwalten die Erfassung, Bereinigung und Aufbewahrung von Daten in Data Streams, Data Lakes und Data Warehouses unter Verwendung verschiedener Technologien und Modellierungsmethoden. Datenintegrationsspezialisten mischen Daten für Analyse und Berichterstattung. Datenarchitekten schlagen mit kontextuellen, logischen und physischen Datenmodellen und Verzeichnissen eine Brücke zwischen Business und Technologie.

Data Stewards konzentrieren sich auf die Datenqualität und die Anwendung von Richtlinien und arbeiten mit den Data Ownern zusammen, um den Schutz der Daten und der durch die Daten repräsentierten Personen zu gewährleisten. Wir sehen auch zunehmend Data-Ops-Manager, eine weitere Rolle, die mit der zunehmenden Verbreitung von Data-Ops-Methoden immer wichtiger wird. Wirtschaftsanalysten und Datenwissenschaftler arbeiten daran, Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen. Datenmanager überwachen alle Data-Intelligence- und Datenverwaltungsvorgänge und richten sich auf Geschäftsinitiativen aus, um Daten in einen strategischen Vorteil zu verwandeln.

All diese Funktionen sind von entscheidender Bedeutung, wenn es darum geht, sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter im Unternehmen Zugang zu vertrauenswürdigen, sauberen und relevanten Daten haben.

Sie wollen der Gen-D angehören?

Jeder von uns kann Teil der Generation Data werden, sofern sie bzw. er

  • erwartet und einfordert, dass Entscheidungen datengetrieben getroffen werden
  • davon ausgeht und verlangt, die Quelle und Herkunft der ihm zur Verfügung gestellten Daten zu kennen
  • ein ausgeprägtes Gespür für gefakte Daten und Informationen hat
  • Empfehlungen von automatisierten, KI-basierten Systemen in Frage stellt, um sicherzugehen, dass sie im entsprechenden realen Kontext und in Zeiten raschen Wandels sinnvoll sind
  • weiß, wann der eigene digitaler Fußabdruck für oder gegen sie verwendet wird und entsprechend handelt
  • mit Hilfe von Daten kommuniziert und dabei Schlüsselsignale herausstellt, ohne das Publikum mit Nebengeräuschen zu überfordern
  • sich nicht von der Datenvielfalt, dem Datenvolumen und der Geschwindigkeit oder der sich verändernden internen und externen Datenquellen und -architektur überwältigen lässt, sondern sie vielmehr als Ressource zur Wertschöpfung nutzt neue Fragen stellt und sich nicht scheut, sich gegen den Status quo zu stellen, wenn es um altbewährte KPIs und Metriken geht
  • einen Beitrag zum Wissen über Daten innerhalb einer Organisation leistet, das Niveau der Datenkompetenz erhöht und die Datenkultur mit seinen Kollegen evangelisiert
  • die eigene Rolle und die der Maschinen versteht, mit denen sie arbeitet, wenn sie sich verantwortungsbewusst für die Automatisierung einsetzt – über Business Intelligence-, Data Intelligence- und Content Intelligence-Prozesse hinweg.

Daten wurden in der Geschichte schon immer gesammelt und verwendet, die Arbeitnehmer der Gen-D sind allerdings im Zeitalter der Informationstechnologie geboren, die eine massive Speicherung, Verarbeitung und Analyse von Daten erlaubt. Im Gegensatz zu den demografischen Generationen wird die Gen-D nicht aussterben, sondern weiterleben und sich weiterentwickeln und zukünftige Generationen von Menschen, Prozessen und Technologien hervorbringen, während wir sehen werden, wie neue Arten von Unternehmen und Industrien in der Digital-First Economy entstehen.

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