Hybrid Work: Von der reaktiven Notlösung zum bevorzugten Arbeitsplatzmodell

von Katja Schmalen

Wie sich Hybrid Work von einer reaktiven Überbrückungsmaßnahme zu einem vollständig integrierten Arbeitsmodell für die Zukunft der Arbeit entwickelt hat und warum Experience Parity dabei so wichtig ist, lesen Sie hier.

Die weltweite Pandemie hat IT-Teams und Führungskräfte dazu gezwungen, den Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter grundlegend zu überdenken. Die Erholung nach der Pandemie ist in vollem Gange, wird aber durch die Delta-Variante und ungleichmäßige Impfquoten erschwert. Viele Unternehmen sind immer noch damit beschäftigt, herauszufinden, wie ihr zukünftiges hybrides Arbeitsmodell aussehen soll.

Hybrid Work: Regionale Unterschiede, ein Ziel

Auf globaler Ebene dürften physische Bürostandorte nach wie vor der vorherrschende Arbeitsort sein, da sich die Unternehmen in einem stabileren und “gleichmäßigeren” Umfeld befinden. Dennoch wird die Mischung aus Büro-, Remote-, Nicht-Büro- und Außendienstmitarbeitern von Region zu Region unterschiedlich sein. Im asiatisch-pazifischen Raum beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein physischer Büroarbeitsplatz als primärer Arbeitsort genutzt wird, als in den Vereinigten Staaten und Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA). In der EMEA-Region bevorzugt ein weitaus größerer Anteil der Befragten (27 %) Remote- oder Home-Office als primären Arbeitsort. In den USA wird der Anteil der Arbeitnehmer, die derzeit remote arbeiten (44 %), voraussichtlich zurückgehen, aber Außendienst- und “Nicht-Büro”-Arbeitsplätze werden als primäre Arbeitsorte immer beliebter.

“Das Ausmaß der Akzeptanz für hybride Arbeitsmöglichkeiten innerhalb und zwischen verschiedenen Regionen wird sich zweifellos weiter entwickeln. Die Arbeit in Büroräumen ist derzeit noch die dominierende Variante, wird aber sicherlich Teil eines hybriden Mixes sein, der sich an neue und unvorhergesehene Herausforderungen in Bezug auf organisatorische, politische und soziale Instabilität anpassen wird”, so Holly Muscolino, Research Vice President, Content Strategies and Future of Work bei IDC.

Hybrid Work and Future of Work

Hybrid Work verlangt nach Experience Parity

Ein weiterer Aspekt dieser sich entwickelnden Strategien für hybride Arbeit ist das Bestreben, “Experience Parity” zu erreichen – eine vergleichbare Mitarbeitererfahrung für eine hybride Belegschaft, indem sichergestellt wird, dass alle Mitarbeiter sicher mit Unternehmensressourcen (einschließlich der Menschen) mit einer konsistenten Erfahrung und einem konsistenten Kontext an verschiedenen Standorten interagieren.

Obwohl die meisten Unternehmen noch keine Parität erreicht haben, gab fast die Hälfte der von IDC befragten Unternehmen an, dass ihre hybriden Arbeitstechnologien, -richtlinien und -prozesse “im Gange” sind und die meisten Schlüsselressourcen für Mitarbeiter an verschiedenen Standorten zur Verfügung stehen, wobei es noch einige Hindernisse beim Zugang oder bei der Benutzerfreundlichkeit gibt. US-Organisationen haben zwar etwas größere Fortschritte in Richtung Erfahrungsparität gemacht, dennoch bleibt auch hier noch viel zu tun.

“Investitionen in digitale Technologien und Technologien zur Umgestaltung der Arbeitswelt stehen im Einklang mit den organisatorischen Erfordernissen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Unternehmens und zur Steigerung der Mitarbeiterproduktivität”, so Amy Loomis, Research Director, Future of Work bei IDC. “Wir stellen auch eine direkte Korrelation zwischen dem Ausgabenniveau und einer stärkeren Dynamik bei der Realisierung von Erfahrungsparität für hybride Mitarbeiter fest, während ein geringeres Investitionsniveau mit eingeschränkteren oder Ad-hoc-Ansätzen einhergeht.”

Hybrid Work im Fokus beim IDC Digital Summit Future of Work am 7. Oktober 2021

Die Work Transformation ist auch hierzulande  in vollem Gange und betrifft neben der Technologie auch organisatorische und kulturelle Aspekte. Sie ist ein Prozess, ein Weg, auf dem Unternehmen nun die nächsten Schritte gehen müssen. Der Einsatz von Tools und Lösungen zur Zusammenarbeit und Kommunikation sowie die Nutzung von Cloud Services, aber auch die Digitalisierung und Automatisierung von (papierbasierten) Prozessen und Workflows ist dabei ebenso essenziell, wie der Einsatz neuerer Technologien wie KI und ML oder AR und VR. Bei alledem darf das Thema Sicherheit und Compliance keinesfalls vernachlässigt werden.

Hybrid Work und Future of Work Summit

IDC ist überzeugt, dass sich die Arbeitswelt weiter wandeln wird und die aktuellen Entwicklungen lediglich ein Streckenabschnitt sind. Gemessen an der aktuellen Studie Work Transformation in Deutschland 2021 befinden sich die Unternehmen auf einem guten Weg, den Wandel erfolgreich zu vollziehen und Remote Work  bzw. Hybrid Work verstärkt zu fördern. Es muss das gemeinsame Ziel von Anbietern und Anwendern sein, denn wer die Voraussetzungen für eine moderne digitale Arbeitswelt schafft, in der auch ein „Working from Everywhere“ möglich ist und zudem die Mitarbeiterfürsorge großschreibt, wird nicht nur sein Business langfristig sichern, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt attraktiv bleiben.


IDC Analyst Marco Becker über Hybrid WorkIDC Analyst Marco Becker gibt im Rahmen des IDC Digital Summit Future of Work am 7. Oktober einen Überblick, welche Veränderungen – mit oder ohne Pandemie – in den kommenden Jahren auf Unternehmen zukommen werden, warum diese existenziell für Organisationen sein können und wie die größten organisatorischen und technologischen Hürden für Hybrid Work bestritten werden können.

 

 

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