IIoT-Trends 2021: Weg von Do-it-yourself, hin zu professionell unterstützten Lösungen

von Katja Schmalen

Was aus seiner Erfahrung heraus unabdingbar für erfolgreiche IIoT-Projekte ist? Das hat uns Matthias G. Eckermann, Director Product Management Linux Platforms bei SUSE anlässlich der Vorstellung der neuen IDC Studie zu Industrial IoT verraten.

IDC: Unternehmen und Anbieter konnten in den letzten Jahren viel Erfahrung bei der Umsetzung von IIoT-Projekten sammeln. Was macht aus Ihrer Sicht IIoT-Projekte besonders erfolgreich und wie tragen Sie zum Erfolg der Projekte Ihrer Kunden bei?

Matthias G. Eckermann: Der Erfolg von IIoT-Projekten manifestiert sich in zwei Richtungen: kurzfristig und langfristig. Kurzfristiger Erfolg bedeutet, dass Unternehmen mit ihrem IIoT-Projekt schnell Geschäftserfolge realisieren. Für den langfristigen Erfolg ist entscheidend, dass das Projekt stabil bleibt und Infrastruktur, Sensoren und Geräte dauerhaft abgesichert sind. Die Edge- und IIoT-Strategie von SUSE unterstützt Kunden kurzfristig und langfristig: Zum einen stehen Betriebssystem-Images und Tools sofort zur Verfügung, um Sensoren und Edge-Geräte mit sicherer Software auszustatten. Zum anderen bietet SUSE seinen Kunden Softwarelösungen, Tools, Support und Services an, um langfristig Projekte über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu warten und erfolgreich zu betreiben. Das schafft Vertrauen bei Kunden und Partnern.

IDC: Edge Computing ist wegen seiner vielen Anwendungsfälle insbesondere im Industrial IoT einer der großen Technologietrends. Welche Empfehlungen zur Ausrichtung ihrer Edge-Strategie geben Sie Ihren Kunden, auch in Bezug auf verschiedene Cloud-Betriebsmodelle?

Eckermann: Entscheidend für alle Verfahren, die die Grenzen zwischen On-Premises, Cloud und verteilten Umgebungen überschreiten, sind die Sicherheit der Daten und der Datenschutz entsprechend DSGVO. Wir empfehlen daher, Ausrichtung und Datenhaltung gemäß Schutzmodellen und Schutzklassen zu planen und in die Architektur aufzunehmen. Ein besonderer Vorteil der SUSE-Technologien und Services ist es, dass wir in allen Bereichen dieselben Technologien und dieselben Services anbieten, vom IIoT-Gerät über Edge-Systeme bis in das Rechenzentrum (Core) und die Cloud („Ubiquity“). Dabei sehen wir im Edge-Bereich bei Betriebssystemen einen deutlichen Trend zu Compliance und validierten Implementierungen, weg von Do-it-yourself und hin zu professionell unterstützten Lösungen. Verbunden ist dies mit dem zunehmenden Einsatz von Container-Technologie mit Orchestrierungs- und Management-Technologien wie Kubernetes. Die zunehmende Verwendung von Container-Technologien prägt alle Bereiche – Edge, Core und Cloud. Kunden sollten bei der Partnerauswahl unbedingt darauf achten, einen Partner zu wählen, der ihnen für alle Bereiche übergreifend dieselben Container- und Kubernetes-basierten Container-Management-Lösungen anbieten kann.

IDC: Bei der Vernetzung von industriellen Anlagen, insbesondere auch bei Edge-Anwendungen außerhalb der physischen Unternehmensgrenzen, hat IT-Security eine hohe Relevanz. Mit welchen Mitteln unterstützen Sie Ihre Kunden bei der Absicherung ihrer IIoT-Umgebungen?

Eckermann: Eine der wichtigen Voraussetzungen für die Absicherung von IIoT-Umgebungen ist die Verfügbarkeit identischer Technologien, die gleichwertig sind in allen Bereichen – Edge, Core und Cloud. Dies leisten wir mit der SUSE Linux Enterprise Plattform, die als gemeinsame Code-Basis dient und unsere Edge- und IIoT-Lösungen umfasst. Besonders wichtig ist, dass in allen Bereichen dieselben Hardening-Mechanismen, Security-Standards sowie Security- und Crypto-relevanten Zertifizierungen genutzt werden: On-Premises, als Image für die Cloud oder als spezielle Lösung für Edge-Geräte und -Infrastrukturen. Durch die Vorkonfigurierung der SUSE-Lösungen wird zusätzlich ein zertifizierter Sicherheitsstandard erreicht, etwa für Firewalls, Remote-Management, Verschlüsselung oder Secure Boot. Weitere Management-Lösungen machen es einfach, potenzielle Schwachstellen zu identifizieren und in allen Bereichen konsistent mit Sicherheits-Updates und Patches zu schließen. Ergänzende Consulting-Angebote sind genau auf die Bedürfnisse einzelner Branchen zugeschnitten.

IDC: Daten sind Enabler für neue IIoT-Geschäftsmodelle, können aber auch ein Hindernis für die erfolgreiche Umsetzung sein, wenn Kunden die falschen Daten oder am falschen Ort analysieren. Welchen Beitrag leisten Ihre Lösungen für eine effektive und effiziente Datenverarbeitung?

Eckermann: Hier kommen zwei Aspekte zum Tragen. Zum einen sind SUSE-Lösungen in allen Bereichen, an allen „Orten“ verfügbar und einsetzbar. Dadurch haben Kunden die freie Auswahl, wo sie ihre Daten analysieren möchten. Zum anderen ist es für Kunden wichtig, dass SUSE intensiv mit Hardware- und Software-Partnern zusammenarbeitet, etwa um Technologien für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen in all unseren Produkten zur Verfügung zu stellen. Kunden müssen ihre Infrastruktur so flexibel gestalten können, dass sie bei Veränderungen der Daten im Betrieb, der Datenmengen oder des Anforderungsprofils an die Analyse der Daten diese jederzeit an einem anderen Punkt verarbeiten können – ohne eine Veränderung ihrer eingesetzten Basistechnologie. SUSE ermöglicht dies durch die Verwendung einer einheitlichen Code-Basis für Edge, Core und Cloud.

IDC: IIoT-Anbieter präsentieren sich am Markt entweder als Generalisten oder als Spezialisten für einzelne Branchen oder Anwendungen. Wie planen Sie Ihr IIoT-Angebot in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln?

Eckermann: SUSE arbeitet traditionell als Generalist, geht aber mit Kunden und Partnern gerne in die Tiefe der projektspezifischen Anforderungen. Wir sind Enabler durch die Bereitstellung von Basis-Technologie für Edge und IIoT. Im IIoT-Bereich haben wir in unterschiedlichen Projekten, im übertragenen Sinn, klein angefangen: mit dem kleinsten zur Verfügung stehende 64-bit-System, einem Raspberry Pi, der zusammen mit unserer Linux- und Management-Lösung Kunden beim Aufbau einer sicheren IIoT-Lösung geholfen hat.

In verschiedenen Bereichen entwickelt SUSE grundlegende Anwendungen, etwa für KI/ML, einheitliche Containerfähigkeit oder generelle Verfügbarkeit von Kubernetes-Technologie in IIoT-Infrastrukturen. Entwicklungsleistung fließt in der Zusammenarbeit mit Partnern auch in einzelne Bereiche, etwa für Anwendungen zur Umweltüberwachung, mit höchsten Anforderungen an Langlebigkeit und Analytik.

Für eine hochspezialisierte Edge-IoT-Lösung arbeitet SUSE in enger Entwicklungspartnerschaft mit Elektrobit zusammen. Ziel ist es, im Bereich Automotive Edge gemeinsam Innovation für sicheres autonomes Fahren zu schaffen.


Case Study: Knorr Bremse AG

Knorr-Bremse ist globaler Marktführer für Bremssysteme, gehört zu den führenden Anbietern für weitere  Systeme  im  Schienen-  und  Nutzfahrzeugbereich und ist einer der erfolgreichsten deutschen Industriekonzerne. Zur Optimierung der Fertigungsabläufe benötigt Knorr-Bremse unter anderem Echtzeiteinblicke in die Leistung älterer Maschinen, die noch nicht über erweiterte Datenerfassungsfunktionen verfügen, so dass viele Dinge manuell erledigt werden mussten. Wie das Projekt umgesetzt wurde, erfahren Sie in dieser Case Study.

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