Im Rampenlicht: Wie die IT ihre neue Position im Unternehmen ausbauen kann – Teil 3

von Katja Schmalen

Während es im ersten Teil unserer Artikelserie um die Disziplinen IT-Grundversorgung und Support Services ging, beschäftigte sich Teil zwei mit Projektpartnerschaft, IT-Security und der Frage, wie die IT eine mentale Führungsrolle übernehmen kann. Wie wichtig die Persönlichkeit des CIOs dabei ist und welche Maßnahmen der IT dabei helfen, ihren Einfluss beim CIO und in der gesamten IT-Organisation aufrechtzuerhalten und zu verstärken, lesen Sie im dritten und letzten Teil.

Auswirkungen auf die persönlichen Eigenschaften des CIOs, seiner Vision, seinen Projektpartnern und beruflichen Status

Der CIO hat als IT-Leiter einen großen Einfluss auf die organisatorische Bedeutung der IT: durch eine starke Persönlichkeit, den Respekt seiner Kollegen, seine emotionale Intelligenz und sein Verständnis für das Geschäft – und eben nicht nur für die Technologie. Das gilt auch für die mit der IT-Technik betrauten Führungspersonen in anderen Geschäftsbereichen wie Personalwesen, Marketing und Technik. Auch IT-Manager, Direktoren, VPs und SVPs müssen ihre eigenen Verbindungen und Einflussmöglichkeiten aufbauen. Dabei gibt es eine Art Symbiose zwischen dem CIO und seinen Mitarbeitern: Die Bedeutung des CIOs innerhalb der Gesamtorganisation kann den Einfluss der IT-Verantwortlichen verändern und umgekehrt. Es ist daher eine gute Idee, den Einfluss aller IT-Führungskräfte zu stärken, um sich eine starke Position zu verschaffen und auszubauen.

Eine Vision verstärkt die Einflussmöglichkeiten der IT. Wenn Geschäftspartner sich bei der Umsetzung der Vision einbringen ­ – vielleicht sogar soweit, dass Sie sich als Teil ihrer Entstehung verstehen ­­– werden sie diese bereitwilliger umsetzen und unterstützen. Dadurch werden zukünftige Diskussionen einfacher, weil es bereits eine grundsätzliche Zustimmung und Unterstützung gibt.

Persönliche Verbindungen verstärken den Einfluss im Unternehmen. IT-Führungskräfte auf allen Ebenen sollten unermüdlich daran arbeiten, Freundschaften und Allianzen mit Gleichgesinnten, Geschäftspartnern und höheren Führungskräften aufzubauen. Es ist entscheidend, Koalitionen bei wichtigen Initiativen zu bilden, sich die notwendigen Projektressourcen zu sichern und Teil des Strategie-Teams zu werden.

Ihr beruflicher Status beruht darauf, was die Leute über Sie denken, was sie über Sie sagen, wenn Sie nicht im Raum sind, und wie bereitwillig sie Ihren Rat anzunehmen. Sie sollten dieses Standing in Hinblick auf Ihre eignen Karriereziele und den gewünschten Einfluss zum Wohle des Unternehmens sorgfältig planen, pflegen und ausbauen.

Was heisst das nun konkret?

Die derzeitige Remote-Work-Strategie und die von vielen Firmen vorangetriebenen Pläne, auch längerfristig zumindest teilweise ausserhalb der Büroräumlichkeiten zu arbeiten, bringt sowohl Vor- als auch Nachteile für die IT mit sich. Auf der Habenseite steht, dass die Erledigung IT-naher Aufgaben, die Arbeitsweisen, die technische Umgebung sowie die Menschen scheinbar gut in einer virtuellen Arbeitsumgebung funktionieren. Auf der anderen Seite kann die virtualisierte Arbeit es für die IT deutlich erschweren, sich in anderen Geschäftsbereichen noch Gehör zu verschaffen ­ – es sei denn, sie ist bereits tief in die Kommunikationsprozesse aller Bereiche verwoben. Dazu gehören alle operativen und Mitarbeiter-Meetings; sonst passiert es leicht, aus den Augen und damit aus dem Sinn zu geraten.

Die folgenden Maßnahmen helfen der IT, ihren Einfluss beim CIO und in der gesamten IT-Organisation aufrechtzuerhalten und zu verstärken:

  • Streben Sie exzellente Ergebnisse bei allen technischen Vorhaben und Business-Prozessen an. Ohne diesen Anspruch wird die IT einen größeren Einfluss weder verdienen noch erreichen.
  • Verankern Sie in der Kultur Ihrer Organisation, dass unabhängig von der Rolle oder Managementebene die beobachteten und wahrgenommenen Handlungen eines jeden in der IT einen positiven oder negativen Effekt auf alle anderen innerhalb der IT-Abteilung haben.
  • Schulen Sie alle Mitarbeiter, die mit anderen Kollegen und Partnern in Kontakt kommen, in Kommunikation, Kundenservice und emotionaler Intelligenz.
  • Schulen Sie alle dafür in Frage kommenden Kollegen und Mitarbeiter in
    • dem Management virtueller Meetings
    • dem Abhalten virtueller Präsentationen
    • dem Managen virtueller Teams
    • dem Arbeiten in virtuellen Teams
  • Planen Sie regelmäßig Einzelgespräche mit wichtigen Geschäftspartnern ein.
  • Fordern Sie ihre Mitarbeiter auf, an Meetings der Abteilungen teilzunehmen, für die sie zuständig sind.
  • Erstellen Sie regelmäßig marketingähnliche IT-Statusberichte, die Sie an Ihre internen Businesspartner, Management und andere relevante Personen senden.
  • Entwickeln Sie neue Prozesse und Techniken, um eine stärkere Sichtbarkeit zu erzielen und starke Geschäftsbeziehungen zu entwickeln.

 

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