Industrial IoT: Warum offene Plattformen so wichtig für erfolgreiche Projekte sind

von Katja Schmalen

Anlässlich der Vorstellung der neuen IDC Studie zu Industrial IoT in Deutschland 2020+ haben wir uns kürzlich mit Erik Wilde, Catalyst bei Axway darüber ausgetauscht, welche Faktoren aus seiner Sicht entscheidend für erfolgreiche Industrial IoT Projekte sind.

IDC: Unternehmen und Anbieter konnten in den letzten Jahren viel Erfahrung bei der Umsetzung von IIoT-Projekten sammeln. Was macht aus Ihrer Sicht IIoT-Projekte besonders erfolgreich und wie tragen Sie zum Erfolg der Projekte Ihrer Kunden bei?

Erik Wilde: Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei IIoT-Projekten ist, sie als Beiträge zum gesamten IT-Ökosystem einer Organisation zu sehen. Für den Erfolg des IIoT-Projektes muss dieses natürlich auf einer geeigneten Plattform aufgesetzt werden, es ist aber mindestens gleich wichtig, darüber zu bedenken, wie das IIoT-Projekt in der gesamten Organisation sichtbar und nutzbar wird. Mit diesem Ansatz wird sichergestellt, dass das IIoT-Projekt den größtmöglichen Erfolg hat. Der Axway-Ansatz ist, unseren Kunden bei der Konzeption und Umsetzung dieser Gesamtstrategie zu helfen. Indem man eine offene Plattform etabliert und ständig weiterentwickelt, können aktuelle und zukünftige IIoT-Projekte besser genutzt und für neue Wertschöpfungsketten zugänglich gemacht werden.

IDC: Edge Computing ist wegen seiner vielen Anwendungsfälle insbesondere im Industrial IoT einer der großen Technologietrends. Welche Empfehlungen zur Ausrichtung ihrer Edge-Strategie geben Sie Ihren Kunden, auch in Bezug auf verschiedene Cloud-Betriebsmodelle?

Wilde: Unsere wichtigste Empfehlung ist, die Planungen immer mit Gedanken über die Plattform zu beginnen: Wie können Modelle wie Edge Computing in der Plattform umgesetzt werden, so dass sie flexibel nutzbar sind und der gesamten Organisation den größten Nutzen bringen? Gemäß unserer Erfahrung ist es wichtig, sich, wann immer möglich, Optionen offenzuhalten und sich nicht unnötigerweise auf spezifische Lösungen oder Deployment-Modelle festzulegen. In vielen Fällen kann dies vermieden werden. Eines unserer wichtigsten Ziele ist es, unseren Kunden dabei zu helfen, dies, wann immer möglich, zu tun. Ein guter Ansatz in dieser Richtung ist, immer von der Konsumentenseite her zu denken: Wer kann mit IIoT-Daten und -Diensten Wertschöpfung erzeugen, und wie können wir das vereinfachen? Wenn man seinen Fokus auf Konsumenten legt, fällt es einfacher zu entscheiden, an welchen Stellen Investitionen am sinnvollsten sind.

IDC: Bei der Vernetzung von industriellen Anlagen, insbesondere auch bei Edge-Anwendungen außerhalb der physischen Unternehmensgrenzen, hat IT-Security eine hohe Relevanz. Mit welchen Mitteln unterstützen Sie Ihre Kunden bei der Absicherung ihrer IIoT-Umgebungen?

Wilde: Der generelle Axway-Ansatz ist, Data Plane und Control Plane getrennt zu halten. Mit diesem Ansatz wird es möglich, zentralisierte Kontrolle über dezentralisierte Daten und Dienste umzusetzen. Im Fall von IIoT kann so kontrolliert werden, welche Datenflüsse und welche Dienste mit den physischen Plattformen und mit Edge-Computing-Diensten verbunden sind. Die Sichtbarkeit und Kontrolle dieser Datenflüsse wird ein weiterer sicht- und steuerbarer Aspekt der organisationsweiten Verwaltung von Informationsflüssen. Kontrollen können auf verschiedenen Ebenen vorgenommen werden, so z. B. auf Protokoll-, Transport- oder Nachrichtenebene. Alle diese Mechanismen dienen dazu, IIoT-Daten und -Dienste zuverlässig abzusichern. Erst mit dieser Absicherung wird es möglich, IIoT-Daten und -Dienste zugänglich zu machen und damit die organisationsweite Nutzung zu ermöglichen.

IDC: Daten sind Enabler für neue IIoT-Geschäftsmodelle, können aber auch ein Hindernis für die erfolgreiche Umsetzung sein, wenn Kunden die falschen Daten oder am falschen Ort analysieren. Welchen Beitrag leisten Ihre Lösungen für eine effektive und effiziente Datenverarbeitung?

Wilde: Zuallererst müssen Daten verfügbar sein. Deswegen liegt unser primärer Fokus auf einer offenen Plattform, so dass alle potenziell wertvollen Daten einer IIoT-Umgebung in der gesamten Organisation verfügbar sind. Es gibt viele Fälle, in denen die IIoT-Umgebungen groß und komplex sind und selbst als Plattformen dienen, ihrerseits aber nicht in der gesamten Organisation nutzbar sind. Diese Muster aufzubrechen ist wichtig und kann erstaunliche Resultate liefern, wenn plötzlich alle IIoT-Ressourcen und -Möglichkeiten in der ganzen Organisation nutzbar sind. Wir helfen ebenfalls dabei, Datendienste und BI-Funktionen einfach verfügbar zu machen, indem verschiedene Dienstmodelle unterstützt werden. Im Fall von APIs können diese Modelle REST und Streaming APIs umfassen, oder es können andere Modelle wie z. B. MFT (Managed File Transfer) für große Datenmengen genutzt werden. Indem wir uns immer primär an Nutzern orientieren, können wir den realisierten Nutzen von Daten und Diensten maximieren.

IDC: IIoT-Anbieter präsentieren sich am Markt entweder als Generalisten oder als Spezialisten für einzelne Branchen oder Anwendungen. Wie planen Sie Ihr IIoT-Angebot in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln?

Wilde: Wir sind Spezialisten darin, alle Ressourcen und Dienste in einer Organisation zugänglich zu machen. Das ist unsere Mission, und das ist unser Fokus. Wir haben 11.000 Kunden weltweit, aber trotzdem sehen wir manche Kundensegmente mehr repräsentiert als andere, und wir sind ständig dabei, Kundenbedürfnisse und Produktprioritäten zu priorisieren. Aber aus einer neutralen Perspektive denken wir, dass heutzutage alle Organisationen offene Plattformen brauchen, und unser Ziel ist es, Marktführer in diesem Bereich zu werden. Unsere Unterstützung komplexer Integrationslösungen kombiniert mit unserer Flexibilität bei Deployment-Modellen macht uns einzigartig, und wir glauben, dass wir im Bereich offener Plattformen alle Industrien und Anwendungsszenarien bedienen können.

 


Case Study: SUEZ

SUEZ ist ein weltweit führendes Unternehmen für intelligentes und nachhaltiges Ressourcenmanagement. Das Unternehmen wollte API-gesteuerte Dienste einführen, um den Betrieb zu optimieren, die Kommunikation  mit  Kunden  und  anderen  Interessengruppen  zu  beschleunigen  und den Datenaustausch zwischen den Konzerngesellschaften zu verbessern. Wie das Projekt realisiert wurde, erfahren Sie in dieser Case Study.men diese Herausforderung adressiert hat, lesen Sie in der Case Study

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