Intelligente Netzwerke: Automatisierung ist der Schlüssel, Software-Defined gehört die Zukunft

von Katja Schmalen

Mobile Endgeräte, das Internet of Things und externe Infrastrukturen wie die Public Cloud machen Netzwerke immer komplexer und diffuser. Wie Unternehmen dabei die Übersicht nicht verlieren und die Kontrolle behalten, hat uns Eric Troyer, Chief Marketing Officer bei Megaport anlässlich der Vorstellung der neuen IDC Studie zu Network Transformation in Deutschland 2021 im Interview verraten.

IDC: Die aktuelle Situation, zum Beispiel das plötzliche Bedürfnis nach Homeoffice, hat Unternehmen gezeigt, wie schwer es ihnen fällt, auf neue Netzwerkanforderungen zu reagieren. Wie helfen Sie Anwendern, ihre Netzwerke flexibel an neue Leistungsanforderungen anpassen zu können?

Eric Troyer: Da unsere Netzwerklösung softwaredefiniert ist, können Unternehmen Verbindungen zu Cloud-Anbietern und Rechenzentren in nur wenigen Minuten auf- und abbauen. Das geht ganz einfach in unserem GUI-gesteuerten Portal, per Mausklick.

Seit der COVID-19-Pandemie und der Hinwendung zu einem Homeoffice-Modell nutzen viele Unternehmen unsere Network-as-a-Service-Lösung, um Verbindungen zu den Diensten herzustellen, die sie für die Umstellung auf eine räumlich verteilte Belegschaft benötigen. Und das ist dank unserer Technologie und der Automatisierung unseres Netzwerks schnell und einfach möglich.

IDC: Netzwerke sind häufig geschäftskritische Infrastruktur. Das Augenmerk liegt deswegen auch auf der Sicherheit – sowohl im Sinne der Betriebssicherheit und Resilienz als auch der IT-Sicherheit. Worauf sollten Anwender hierbei besonders achten?

Troyer: Viele Unternehmen verlassen sich immer noch stark auf öffentliche Internetverbindungen, um sich an Cloud-Ressourcen anzuschließen. Das öffentliche Internet eignet sich hervorragend für „Best-Effort“-Anwendungen. Für kritische Dienste ist dies jedoch ein Problem. Internetverbindungen sind notorisch instabil, was zu Latenz, Jitter und Verzögerungen führen kann. Außerdem sind sie anfällig für illegitime Routen- und IP-Adressen-Übernahmen und daher im Hinblick auf die Cybersicherheit im Vergleich zu privaten, dedizierten Verbindungen riskanter.

Viele unserer Kunden nutzen unsere Services auch, um Redundanz in ihre Netzwerke einzubauen. In unserem Portal können sie mit nur wenigen Klicks eine ausfallsichere Verbindung herstellen, wo immer sie diese benötigen und nur für den Bedarfsfall.

IDC: Mobile Endgeräte, Trends wie Internet of Things und externe Infrastrukturen wie die Public Cloud machen Netzwerke immer komplexer und diffuser. Wie helfen Sie Ihren Kunden, die Kontrolle zu behalten und diese Komplexität zu bewältigen?

Troyer: Die vielen mobil aktivierten Geräte benötigen die Möglichkeit, eine zuverlässige Verbindung zu Rechenzentren und Cloud-Ressourcen herzustellen. Viele unserer Kunden, beispielsweise in der Energie- oder Automobilwirtschaft, verwenden Megaport, um kritische Vermessungs- und Felddaten von IoT-Geräten wieder mit der öffentlichen und privaten Cloud zu verbinden. Dank der Einfachheit unseres Portals können unsere Kunden in wenigen Minuten private Verbindungen zu Rechenzentren, Clouds oder zwischen Clouds herstellen. In der Vergangenheit mussten Sie ein Experte für Cloud-Netzwerke sein, um dieselben Aufgaben ausführen zu können.

Zudem ist Megaport anbieterneutral, da wir wissen, dass IT-Abteilungen mit vielen verschiedenen Dienstleistern für Cloud, Colocation, Managed Services, Carrier Services und Edge Services zusammenarbeiten. Über unser Portal können sie Rechenzentrum mit Rechenzentrum, Rechenzentrum mit Cloud, Cloud mit Edge-Anbietern, Zweigstelle mit Cloud usw. verbinden. Wir haben unser Network-as-a-Service mit Blick auf die Flexibilität des Kunden aufgebaut. Durch unsere umfassende globale Reichweite von über 700 aktivierten Rechenzentren sind wir zur Anlaufstelle für Kunden geworden, die nach einer Lösung suchen, die weltweit repliziert werden kann.

IDC: Cloud-Dienste werden zunehmend integraler Bestandteil der Applikationslandschaft – inklusive der Datenströme, die sie auslösen. Was empfehlen Sie Kunden beim Netzwerk-Design zu beachten, um effizient Cloud-Dienste nutzen zu können?

 Troyer: Kunden haben sich voll und ganz für Multi Cloud entschieden – indem sie verschiedene Cloud-Anbieter einsetzen, um das Beste aus ihrer IT-Architektur herauszuholen. Ein entscheidender Teil der Skalierbarkeit und Leistung dieser Architektur ist die Cloud-zu-Cloud-Konnektivität. Wir haben einen virtuellen Routing-Service namens Megaport Cloud Router, mit dem ein Kunde beispielsweise Workloads in AWS und Azure oder Anwendungen in Google Cloud und Oracle Cloud Infrastructure problemlos verbinden kann.

Einer der Hauptvorteile der Verbindung von Cloud zu Cloud ist die geringere Latenz, da Sie keine Daten über das öffentliche Internet an Ihre lokale Infrastruktur oder Colocation-Einrichtung zurücksenden müssen. Der zweite große Vorteil sind die Kosten. Virtuelles Routing spart nicht nur physische Infrastrukturkosten, sondern hilft auch bei den Gebühren, die für das Abrufen von Daten aus der Cloud über das öffentliche Internet entstehen. Diese Gebühren können sich wirklich summieren und zu bedeutenden Kostenstellen für eine IT-Abteilung werden.

Außerdem möchten IT-Abteilungen heutzutage ihre Optionen in Bezug auf die Cloud offenhalten, damit sie die verschiedenen Anwendungs- und Cloud-Anforderungen unterstützen können, die sich aus den vielen Geschäftsabteilungen ergeben, die sie unterstützen. Megaport bietet ihnen zukunftssichere Flexibilität, um sich bei Bedarf mit jeglichem Dienstleistungsanbieter, Cloud-Anbieter oder Partner in unserem Netzwerk verbinden zu können.

IDC: Mit neuen Ansätzen wie Software-Defined Networking (SDN) können Unternehmen ihre Netzwerke intelligent und programmierbar machen. Wie muss Ihrer Meinung nach das Netzwerk der Zukunft aussehen und welche Grundsteine dafür können Sie bei Ihren Kunden schon jetzt legen?

Troyer: Das Unternehmensnetzwerk wird immer mehr virtualisiert und automatisiert. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, sodass nahezu alle Netzwerkfunktionen einer IT-Abteilung über software-definierte Systeme ausgeführt werden können, die direkt mit anderen Systemen kommunizieren. Automatisierung ist hier der Schlüssel und daher sind APIs/Application Programming Interfaces sehr wichtig. Offene APIs und die Unterstützung der Entwicklung und Integration mit diesen APIs bieten die Möglichkeit einer stärkeren Automatisierung auf mehreren Plattformen. Eine neutrale Plattform ist wichtig, um sicherzustellen, dass das gesamte IT-Ecosystem von der Skalierbarkeit und Reaktionsfähigkeit der Automatisierung profitieren kann.

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