Kosteneinsparungen in der Cloud: So klappt es mit den Neujahrsvorsätzen der IT

von Katja Schmalen

Der Jahreswechsel führt bei vielen Menschen traditionell zu Überlegungen, was sie im neuen Jahr alles besser machen könnten, also beispielsweise sich gesünder zu ernähren, Sport zu treiben oder mehr Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen – kennen wir alle, oder? Im Job sind es dann eher Vorsätze wie regelmäßigere Feedbackgespräche oder ein kontinuierlicher Austausch mit Kollegen aus anderen Fachbereichen. In der IT-Abteilung hingegen steht die Einsparung von unnötigen Cloud Ausgaben seit Jahren vielerorts ganz oben auf der Liste – und ist meist ziemlich schnell auch wieder vergessen.

Laut Forbes gehen Führungskräfte davon aus, dass rund 30 % ihrer Ausgaben für die Cloud verschwendetes Budget sind. Kurioserweise beachsichtigen die Unternehmen gleichzeitig, künftig noch mehr Geld in ihre Cloud-Dienste zu investieren. Wie passt das zusammen? Die Budget-Verschwendung in puncto Cloud ist ein bekanntes und zudem wachsendes Problem, vor dem viele Organisationen stehen. Der Fehler der IT-Führungskräfte liegt nicht etwa darin, optimierbare Ausgabenbereiche zu identifizieren, sondern darin, einen Aktionsplan für Kosteneinsparungen zu implementieren und diesen auch einzuhalten – davon ist IDC überzeugt.

Cloud Rightsizing: Der Königsweg?

Was die Cloud-Kosten betrifft, so gibt es zahlreiche Tools von Cloud-Anbietern und Drittanbietern am Markt, die Berichte und Dashboards und teilweise sogar Empfehlungen dazu liefern, welche Instanzen entfernt oder reduziert bzw. vergrößert werden können  – das sogenannte Rightsizing. Intelligente Tools können auch ermitteln, wie Rabattierungsoptionen genutzt werden können (reservierte Instanzen, Sparpläne, Kapazität usw.), wie Lizenzen intelligent gemanagt werden können und was nicht zuletzt in der Anwendungsarchitektur getan werden muss, um Kosten zu sparen. Zudem ist es natürlich auch möglich, Instanzen zu deaktivieren, wenn sie nicht genutzt werden.

Diese Ressourcen ermöglichen fraglos einen guten Überblick, aber das Wissen um die Ausgaben ist nur dann sinnvoll, wenn es auch entsprechend genutzt wird, um die Kosten auch wirklich zu reduzieren. Unternehmen haben es also ein gutes Stück weit selbst in der Hand, wie gut es ihnen gelingt, die Ausgaben zu senken.

… und was ist mit Patches?

IT-Abteilungen versuchen häufig, Probleme mit Patches zu beheben. Ein oft gesehenes Beispiel ist etwa die Deaktivierung von Instanzen außerhalb der Arbeitszeiten. In der Theorie ist das eine großartige Sparmaßnahme. Allerdings sind Instanzen oftmals Teil von Anwendungen, die wiederum Teil von Prozessketten sind – und es kann durchaus sein, dass der Datenaustausch in einer solchen Prozesskette außerhalb der normalen Arbeitszeiten stattfindet. Aber auch Test-Teams, deren Deadline an die Tür klopft, müssen nicht selten außerhalb der geplanten Arbeitszeiten auf ihre Umgebung zugreifen. Und wenn Umgebungen auf Managementebene eingesetzt werden, müssen sie im Notfall auch nach Feierabend verfügbar sein. Sparen ist also insgesamt leichter gesagt als getan, vor allem dann, wenn der Weg zum Ziel mit ziemlich viel Arbeitsaufwand verbunden ist.

Auch eine Anpassung der Ressourcen ist weitaus komplizierter, als es vielleicht zunächst den Anschein hat. Anwender und Administratoren zögern oft, Kapazitäten abzubauen. Anwender sehen ihre Leistung im Sinkflug und Administratoren befürchten, dass mehr Ausfälle auftreten könnten, weil weniger Überkapazitäten vorhanden sind, um diese aufzufangen. In letzterem Fall ist sorgfältig zu analysieren, woher diese Störungen eigentlich kommen; eine durchschnittlich gute Anwendung kann zwar von mehr Kapazität profitieren, eine langfristige Lösung ist das allerdings nicht. Metaphorisch gesagt: Wenn das Dach undicht ist, kann man den Eimer, der das Wasser auffängt, zwar durch eine Regentonne ersetzen – aber auch diese läuft irgendwann voll. Fazit: Das Dach muss also letztendlich sowieso repariert werden.

Übertragen auf unsere Cloud-Thematik heisst das, dass Unternehmen einen grundlegend neuen Ansatz verfolgen müssen, bei dem sie nicht nur die Kosten im Blick haben, sondern auch die Nutzer und Administratoren mit einbeziehen, um die richtigen Entscheidungen über Cloud-Einsparungen treffen können. Und letztenendes ist das jetzt nicht ganz so unerreichbar und kompliziert, wie es zunächst klingen mag.

Weitere Baustellen: Datenmanagement, Sicherheit, Performanz und das Management über mehrere Clouds

Neben dem Kostenmanagement gehören natürlich auch Datenmanagement, Sicherheit, Performanz und das Management über mehrere Clouds hinweg zu den Hauptherausforderungen. Um diese Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, sollten IT-Organisationen nicht nur die technologische Entwicklung und die Auswahl der richtigen Cloud-Anbieter, des Cloud-Betriebsmodells und der Zielarchitektur im Auge behalten, sondern auch die Entwicklung von Fähigkeiten und den kulturellen Wandel, der mit dem Wechsel der Technologieplattform einhergeht.

Der IDC Digital Summit Multi Cloud DACH am 10. März wird einen Überblick über die Branchentrends geben und den Teilnehmern die Möglichkeit bieten, sich mit den Möglichkeiten zu befassen, wie sie in ihrer Organisation von Innovationsinseln zu Cloud-basierten Betriebsmodellen in großem Maßstab übergehen und eine kulturelle Entwicklung vorantreiben können, um Innovationen und geschäftliche Veränderungen zu beschleunigen.

IDC Multi Ckoud Summit 2022

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