Digital First: Es tut sich was im Markt für Business Applications in Deutschland

von Katja Schmalen

Die Wahl der richtigen Business Applications gehörte schon immer zu den bedeutendsten Entscheidungen für IT-Verantwortliche. Doch die Vorzeichen haben sich geändert, Digital First ist das neue Mantra – Agilität, Transparenz, Automatisierung sowie effizientere Datennutzung stehen auf der Wunschliste der User ganz oben. Und die Hersteller reagieren auf die neuen Anforderungen.

Unternehmen in Deutschland verlagern ihre Geschäftsmodelle immer umfassender in die digitale Welt. Ein Prozess, der nur zögerlich begann, verstärkt sich nun zunehmend, nicht zuletzt als Reaktion auf die Corona-Pandemie. Viele Entscheider haben festgestellt, dass sie eine agile und robuste Informationstechnologie benötigen, um ihre operativen Abläufe effizient unterstützen und ausrichten zu können.

Diese Anforderungen der Entscheider können die Hersteller immer besser und umfassender bedienen. Dafür zeichnen drei wichtige Entwicklungen verantwortlich. Wir sehen eine fortschreitende Modularisierung der Anwendungen und damit wird es immer einfacher Businessfunktionalitäten granular abzubilden. Diese modularisierten Anwendungen werden von einigen Anbietern in einem orchestrierten Ansatz angeboten, die Mehrzahl verfolgt einen Plattformgedanken. Beide Ansätze sind valide und sollten von Entscheidern anhand der individuellen Anforderungen geprüft werden.
Eine weitere Entwicklung ist die wachsende Verbreitung von cloudnative entwickelten Anwendungen und cloudnative Architekturen. Ihre Stärken sind aus Perspektive der Fachabteilungen eine zentrale Datenverfügbarkeit und Ende-zu-Ende Prozesse in Echtzeit.

Digital First = Cloud First

Nicht zuletzt die Cloud selbst ist für viele CIOs ein zentraler Baustein ihrer IT-Strategie. In vielen Gesprächen hört IDC immer wieder, dass Cloud First der von ihnen bevorzugte Ansatz ist, um ihre IT zukunftsfähig aufzustellen. Die drei genannten Punkte sind wesentliche Elemente der digitalen Transformation und weiterer Schritte ins Digital First. Die Nutzung neuer intelligenter Technologien und Anwendungen vereinfachen diese Reise signifikant.

Die Anbieter von Business-Software verstehen es immer besser, die genannten Punkte in ihren Lösungen und Services abzubilden. IDC zählt zu Business Applications die Segmente Collaboration, Content, CRM, Engineering, ERP,  Production und Operations sowie SCM.

Digital First IDC Marktanteile Business Applications 2020 - SAP Datev Salesforce Dassault Microsoft

Die Big 5 bei Business Applications: SAP, Microsoft, Datev, Adobe und Salesforce

Die fünf größten Anbieter von Business-Software (Business Applications) in Deutschland heissen SAP, Microsoft, Datev, Adobe und Salesforce. Sie teilen sich 34 Prozent des Gesamtmarkts. Im Vergleich zum Vorjahr sind nur marginale Änderungen zu verzeichnen. Salesforce.com hat mit Dassault Systems die Plätze getauscht und ist nun auf Rang fünf vertreten.

Die große Masse der “Sonstigen” zeichnet sich weiterhin durch eine hohe Dynamik aus. Hier sind immer wieder Markteintritte und Marktaustritte festzustellen, die allerdings auf das Marktvolumen von 16,3 Milliarden Euro, das IDC für das Segment Applications ermittelt hat, keinen prägenden Einfluss haben.

IDC ist davon überzeugt, dass sich die Nutzung von Business Applications, wie wir sie heute kennen, in den nächsten fünf Jahren stark verändern wird. Alle großen Player auf dem Softwaremarkt in Deutschland haben sich auf diese Entwicklung eingestellt und modernisieren ihre Lösungen permanent, um die Wünsche der Kunden nach Agilität, Transparenz, Automatisierung und effizienter Datennutzung bedienen zu können. Es lohnt sich unbedingt, das Thema engmaschig zu beobachten und die Entwicklung im Blick zu behalten.

Das könnte Sie auch interessieren