Experte Niels Keunecke: Nachhaltigkeit und User Experience müssen sich nicht ausschliessen

von Katja Schmalen

Durch die voranschreitende Digitalisierung von Prozessen steigt unter anderem auch der Energiebedarf und damit der CO2-Fußabdruck der Unternehmen. Wie kann IT zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen beitragen kann, hat uns Niels Keunecke, Chief Revenue Officer EMEA bei IGEL Technologie anlässlich der Vorstellung der IDC Studie “IT & Sustainability in Deutschland 2022” im Interview verraten.

IDC: Noch vor wenigen Jahren galt Nachhaltigkeit als ein „Nice-to-have“ – diese Perspektive haben viele Unternehmen mittlerweile komplett revidiert. Inwiefern haben Sie den Aspekt der Nachhaltigkeit in Ihren Produkten und Dienstleistungen berücksichtigt?

Experte Niels Keunecke im Interview über NachhaltigkeitNiels Keunecke: Das IGEL OS bietet die Möglichkeit, bereits vorhandene x86-basierte mobile und stationäre Endgeräte unabhängig von jedem Brand weiter zu benutzen. Studien und Langzeittests bei unseren Partnern und Kunden haben nachgewiesen, dass das IGEL OS wesentlich weniger Ressourcen benötigt und bei gleicher oder besserer Performance energieeffizienter gearbeitet werden kann. Darüber hinaus vermeidet die Verlängerung des Lebenszyklus von bereits vorhandenen Endgeräten unnötiges „E-Waste“. Ein späterer Austausch der bestehenden Endgeräte gegen Thin Clients kann eine weitere Ersparnis nach sich ziehen.

Was aus den Gesprächen mit Ihren Kunden über Nachhaltigkeit sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen?

Keunecke:  In unseren Gesprächen mit Kunden und Partnern machen wir die Erfahrung, dass Nachhaltigkeit ein „Must-have“ ist und als solches priorisiert wird, solange dies nicht zu Lasten der User Experience geht. Wir helfen unseren Kunden und Partnern dabei, dies im Vorhinein zu verifizieren durch entsprechende Services und die Zusammenarbeit zwischen unseren Kunden und unserem PreSales Team. Bekannte und geplante Use Cases werden dabei mit ausgewählten Usergruppen simuliert; die Ergebnisse werden zusammengefasst und dienen als Entscheidungsgrundlage für den Einsatz der Lösung.

Rechenzentren sind zentraler Bestandteil der Digitalisierungsstrategie der Unternehmen und haben einen hohen Energiebedarf. Wie (ggf. warum) können effizientere Rechenzentren zu einem nachhaltigeren Unternehmen beitragen?

Keunecke:  Im Rahmen der voranschreitenden Digitalisierung ist die Informationstechnologie seit Jahren bemüht, mehr Services bei unverändertem Energieverbrauch bereitzustellen. Mit der Bereitstellung von zentralen Computing-Ressourcen wie Azure, AWS, Google etc. besteht die Möglichkeit, Energie gezielter und anwendungsbezogen zu verbrauchen. Unternehmen müssen nicht mehr eigene Rechenzentren bereitstellen; Anwender greifen einfach über die vorhandenen Endgeräte auf diese Cloud-Computing-Ressourcen skalierbar zu. In unseren Gesprächen mit sämtlichen Konzernen sehen wir dies als den favorisierten Weg, um bestmöglich die CO2-Neutralität zu realisieren.

Das Thema Nachhaltigkeit wird uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Wie werden Sie zukünftig mit Ihren Kunden zusammenarbeiten, um gemeinsam zu mehr Nachhaltigkeit zu kommen?

Keunecke:  Wir arbeiten bereits heute mit Kunden und Partnern gemeinsam an Lösungen, die das Thema Nachhaltigkeit im Fokus haben. Neben der Verlängerung des Lebenszyklus der bestehenden Endgeräte fokussieren wir uns darauf, sowohl den CO2-Footprint als auch den Energieverbrauch im laufenden Betrieb bestmöglich zu senken bzw. nur bei Nutzung Energie zu verbrauchen. Dazu gibt es zahlreiche Ideen und Ansätze, die wir mit der Einführung von IGEL OS12 in Kürze vorstellen werden.

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