Ohne KI keine Digitale Transformation – Teil 4

von Katja Schmalen

Im ersten Teil unserer neuen Artikelserie haben wir uns angeschaut, warum ein realisitischer Business Case das A und O jeder KI-Initiative ist. Im zweiten Teil ging  es darum, warum der Erfolg Ihres KI-Projektes mit der Datenqualität steht und fällt. Im dritten Beitrag waren die unterschiedlichen Bereitstellungsmodelle unser Thema. Im vierten und letzten Teil verraten wir, warum ohne die entsprechende Kultur gar nichts geht,

Künstliche Intelligenz wird hierzulande vorrangig zur Prozessoptimierung eingesetzt. Einerseits betonen zwar 60 Prozent der rund 300 Firmen, die IDC im Frühjahr 2019 in Deutschland befragt hat, dass eine digitale Transformation ohne künstliche Intelligenz nicht erfolgreich sein wird, andererseits nennen lediglich 30 Prozent Innovation als eines der drei wichtigsten Business-Ziele. In puncto Innovation haben deutsche Unternehmen also deutlich Nachholbedarf – hier sollte schnell nachgebessert werden.

Entwickeln Sie eine KI-Kultur und bauen Sie gezielt KI-Wissen auf

Künstliche Intelligenz wird von immer mehr Mitarbeitern im Unternehmen direkt oder indirekt genutzt. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine KI-Kultur zu entwickeln. Die Voraussetzungen sind sehr gut, denn die meisten Mitarbeiter sind vom Wert ihrer Daten überzeugt. Lediglich ein kleiner Prozentsatz der Mitarbeiter der befragten Unternehmen steht KI ablehnend gegenüber; entweder aus ethischen Gründen oder aus Furcht vor einem Verlust des Arbeitsplatzes. Nehmen Sie die Bedenken dieser Mitarbeiter ernst und sprechen Sie die Vorbehalte offen an, um die Akzeptanz für KI weiter zu steigern.

Allerdings sind sowohl in IT-Abteilungen als auch in Fachabteilungen Vorbehalte gegenüber KI anzutreffen. Insbesondere das Argument der „Unreife“ hat zwar in einer generalistischen Diskussion seine Berechtigung, lässt sich aber aus Sicht von IDC in der Evaluierung von Business Cases und Projekten recht schnell widerlegen. Denn schließlich geht es dort um reale Businessanforderungen und existierende Lösungsszenarien.

Fehlende Fachkräfte bremsen KI-Aktivitäten in vielen Unternehmen nach wie vor aus. Deutlich mehr als die Hälfte der Firmen gab den Mangel an Experten als Hürde für die Umsetzung von Projekten an. So können die Organisationen ihren Bedarf an Entwicklern und Datenbankmanagern für KI-Systeme, KI-Spezialisten, Data Scientists, Business-Analysten und Trainern derzeit nicht decken. 

Wir gehen davon aus, dass sich die Situation kurzfristig auch nicht entspannen wird, faktisch hat sich seit unserer letzten Bestandsaufnahme nicht viel getan. Spezialisten sind rar und teuer, denn die Anforderungsprofile sind komplex und anspruchsvoll. Sie benötigen Grundlagenwissen, Prozesswissen und Kenntnisse über die genutzten bzw. geplanten Produkte, Lösungen und Services. 

Definieren Sie also von Anfang an, welches Wissen in welchem Umfang in Ihrem Unternehmen verfügbar sein soll. Neben der Schulung eigener Fachleute sind Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten oder Start-ups weitere Möglichkeiten für den Transfer von KI-Know-how in Ihr Unternehmen. Das Aufstellen von KI-Arbeitsgruppen und von Innovationscentern ermöglicht Ihnen ebenfalls einen schnellen und zielgerichteten Aufbau von Wissen. 

KI-Projekte sind am erfolgreichsten, wenn Fachabteilungen und IT von Anfang an an einem Strang ziehen – das ist eine Einsicht, die sich immer umfassender durchsetzt. 

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