Ohne gute Data-Center-Strategie scheitern Sie im Wettbewerb

von Katja Schmalen

Die Modernisierung der IT steht in vielen IT-Abteilungen ganz oben auf der Agenda. Wir haben Gerald Hofmann, Vice President Central EMEA bei Veeam Software unter anderem gefragt, wo Unternehmen bei der Modernisierung ansetzen sollten.

IDC: Die Modernisierung der IT steht in vielen IT-Abteilungen ganz oben auf der Agenda. Wo sollen Unternehmen bei der Modernisierung ansetzen, wie am besten vorgehen?

Gerald Hofmann: Dreh- und Angelpunkt ist natürlich die Geschäftsstrategie, die die IT umfassend unterstützen muss. Die Digitalisierung führt zu ständig neuen Aufgaben und geänderten Anforderungen. Geschäftsprozesse und die zugrundeliegende IT-Infrastruktur müssen hochanpassungsfähig sein. IT-Modernisierung heißt, die Basis für die notwendige Agilität zu schaffen. Aber ebenso wichtig sind Sicherheit und Zuverlässigkeit, also Verfügbarkeit – und das alles mit zumeist gleichbleibender Manpower. Aus Sicht von Veeam gibt es einige Kernaufgaben zu lösen. Wichtig ist es, eine Gesamtstrategie festzulegen und die Unternehmensleitung einzubinden – IT ist heute Chefsache! Dabei gilt es, besondere Risikofelder und Projekte mit großem Potenzial für den Geschäftsverlauf zu identifizieren. Mit Blick auf Ressourcen und steigende Komplexität sind Orchestrierung und Automatisierung extrem wichtig. Ein zentraler Aspekt ist die Cloud-Strategie: Welche Cloud passt für uns für welche Anwendungen, was verbleibt auf anderen Plattformen? Eigene Rechenzentren abzuschalten, gar aus Kostengründen, macht zumeist wenig Sinn – IT ist strategischer denn je. Ganz wichtig: Dienstleister an Bord holen, denn so profitieren Unternehmen von speziellen Ressourcen und Expertise. Und noch eine Empfehlung, nicht einfach, aber wichtig: Die Fachabteilungen von Anfang an ins Boot holen, sonst entwickelt sich während der zentralen Modernisierung schnell eine Schatten-IT-Landschaft, die dann zur nächsten Baustelle wird.

IDC: Viele Unternehmen betrachten eine umfassende Automatisierung von Abläufen im Rechenzentrum sowie die Integration und Orchestrierung von internen und externen IT-Ressourcen und Business Services als einen vielversprechenden Ansatz. Wie bewerten Sie diese Sichtweise?

Hofmann: Genau, das ist auch aus Sicht von Veeam die passende Strategie. Einerseits bietet der Markt dafür zunehmend geeignete Technologien, außerdem können Unternehmen so den Fachkräftebedarf bzw. -mangel entschärfen. Gerade mittelständische und kleine Unternehmen haben damit sehr zu kämpfen. Wichtig ist, sich dabei Entwicklungspfade offenzuhalten. Es gibt immer mehr (Infrastruktur-)Lösungen, die künstliche Intelligenz oder maschinelles Lernen nutzen. Das bietet Potenziale, gerade auch im Datenmanagement. Nicht zu vergessen die Cloud. Manchmal ist es wirtschaftlich sinnvoll, fertige Dienste von Hyperscalern einzukaufen, in strategisch wichtigen Bereichen empfiehlt sich eher die individuelle Zusammenarbeit mit dem Dienstleister seines Vertrauens oder eine Inhouse-Lösung.

IDC: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren, die Unternehmen unbedingt berücksichtigen müssen, um den Fachabteilungen jederzeit die benötigten IT-Ressourcen bereitstellen zu können?  

Hofmann: Oberstes Gebot aus unserer Sicht: Geschäftsleitung und Fachabteilungen von Anfang an einbinden. IT-Abteilungen haben leider oft den Ruf, schwerfällig zu sein, gelten als „Neinsager“. Da hilft nur Dialog und Transparenz. Werden neue Projekte und Innovationen gemeinsam definiert und umgesetzt, können sich alle Beteiligten mit ihren Anforderungen, ihrem Wissen und ihren Ressourcen einbringen. Verfügbarkeit ist ein ganz zentraler Aspekt: Nicht auf Geschäftsanwendungen, Web-Applikationen oder Daten zugreifen zu können, ist für Kunden wie Mitarbeiter heute inakzeptabel, also muss der Betrieb störungsfrei laufen. Für viele eine Selbstverständlichkeit, in Zeiten permanenter Cyber-Bedrohung aber kein Selbstläufer. Klingt vielleicht nicht nach Erfolgsfaktor, muss aber sein: klare Regeln und entsprechende Überwachungsmechanismen, damit Anwender sich auch daran halten. Nicht erst in Zeiten der DSGVO müssen Datenschutz und Datensicherheit an erster Stelle stehen. Auch hier schafft Dialog Verständnis.

IDC: Mit welchen Angeboten unterstützen Sie IT-Organisationen und Fachbereichs-IT in den Unternehmen im Detail? 

Hofmann: Die Ursprünge und der Erfolg von Veeam liegen in Lösungen für Backup und Disaster Recovery für virtualisierte Umgebungen. Dann haben wir diese Lösungen plattformübergreifend weiterentwickelt, damit unsere Kunden ihre Datensicherung einheitlich umsetzen können für virtuelle, physische und Cloud-Umgebungen. Zuletzt haben wir das Thema Cloud-Datenmanagement konsequent ausgebaut. Veeam bietet heute umfassende Lösungen für Datensicherung, Disaster Recovery und intelligentes Datenmanagement in Multi-Cloud-Umgebungen, mit denen Unternehmen jeder Größe ihre Geschäftsanforderungen unterstützen können. Eine wichtige Rolle spielt unser umfangreiches Angebot für Dienstleister, also Serviceprovider aller Art. So können diese ihren Endkunden leistungsfähige Dienste anbieten, etwa Disaster Recovery as a Service (DRaaS) oder Backup as a Service (BaaS).

IDC: Werfen wir einen Blick voraus: Wie wird die Bereitstellung von IT-Ressourcen in den nächsten zwei bis drei Jahren idealerweise aussehen? 

Hofmann: Die IT-Modernisierung muss ganz klar auf die Geschäftsentwicklung ausgerichtet sein. Für die „Ziel-Infrastruktur“ zählen drei zentrale Aspekte: Agilität, Zuverlässigkeit gleich Verfügbarkeit und Sicherheit. Cloud, Automatisierung und Orchestrierung werden dabei eine zentrale Rolle spielen. Multi-Cloud ist auf dem Vormarsch, ebenso der Einsatz von KI und maschinellem Lernen. Dabei müssen die Themen Cloud und Sicherheit ganz eng verknüpft sein, damit das Vertrauen in den Datenschutz erhalten bleibt. Immer wichtiger werden Predictive Analytics bzw. Diagnostics, die den reibungslosen IT-Betrieb unterstützen. Steigende SLEs, Service Level Expectations, erfordern in der IT mehr Leistungsdaten und -projektionen. Läuft die Infrastruktur weitgehend automatisch, können sich IT-Experten stärker auf Innovationen für das Unternehmen und den sinnvollen Einsatz neuer Technologien fokussieren.

Case Study: Das moderne Data Center

Wie die Trumpf GmbH & Co KG, ein Anbieter von Fertigungslösungen in den Bereichen Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und Elektronik aus Ditzingen in Baden-Württemberg, mit vielen kleineren Tochtergesellschaften und nur wenig lokalem IT-Personal die Herausforderungen im Data Center gestemmt hat, erfahren Sie in der spannenden Case Study.

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