Roman Borovits im Interview: Die Zukunft liegt in Distributed Architectures und Multicloud Environments

von Katja Schmalen

Was die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren, um die Anwendungsentwicklung und Anwendungsmodernisierung ideal im Unternehmen umzusetzen? Unter anderem darüber haben wir uns anlässlich der Vorstellung der neuen IDC Studie “Cloud Native und DevOps in Deutschland 2021” mit Roman Borovits, Senior Solutions Engineer bei F5 Inc. ausgetauscht.

IDC: Die Modernisierung der IT steht in vielen IT-Abteilungen ganz oben auf der Agenda. Welche Aspekte sind innerhalb des Themas Cloud Native und DevOps aus Ihrer Perspektive in diesem Jahr besonders spannend?

https://de.wikipedia.org/wiki/SDLCRoman Borovits: Als besonders spannend sehen wir den Trend zu Multicloud bzw. Distributed Application Architectures. In beiden Fällen werden verschiedene Public- und auch Private-Cloud-Plattformen genutzt, die alles oder nur Teile einer Applikation hosten. Dabei werden die Vorteile des jeweiligen Anbieters optimal ausgenutzt bzw. im Fall von Distributed Application Architectures auch Aspekte der globalen Verteilung und Edge Computing genutzt. Als besondere Herausforderung gilt es in beiden Fällen die netzwerktechnische Vermaschung und auch einheitliche Security-Vorgaben zu meistern, denn jeder Cloud-Anbieter hat seine eigene Lösung, was ein einheitliches Security Management deutlich erschwert.

Viele Unternehmen betrachten eine umfassende Automatisierung von Abläufen im SDLC sowie die Integration und Orchestrierung von internen und externen Services als einen vielversprechenden Ansatz. Wie bewerten Sie diese Sichtweise?

Roman Borovits: Die viel zitierte „Time To Market“ ist tatsächlich in vielen Unternehmungen ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Automatisierung kann einen bedeutenden Beitrag liefern, diese „Time to Market“ zu verkürzen. Die Challenge die wir dabei sehen, ist, dass nicht alle funktionalen Einheiten eines Unternehmens mit gleich schnellen Methoden arbeiten. So arbeiten beispielsweise Entwicklungsabteilungen längst mit agilen Methoden, die Geschwindigkeitsvorteile bringen, und sind an Automatisation gewöhnt, während in Netzwerk-Abteilungen nach wie vor sehr transaktional und händisch gearbeitet wird. Hier hilft Infrastructure as Code, um Methoden aus dem Dev-Bereich übernehmen zu können, und ermöglicht dadurch einen orchestrierten automatisierbaren Prozess von Entwicklung bis Publishing, was sehr begrüßenswert ist.

Sie sprechen tagtäglich mit Ihren Kunden über die Optimierung der Value Chain im Cloud-Native-Umfeld. Welche Ressourcen müssen berücksichtigt werden und welche sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren, um die Anwendungsentwicklung und Anwendungsmodernisierung ideal umzusetzen?

Roman Borovits: Anwendungen im Cloud-Native-Umfeld zu entwickeln ist aus Entwicklersicht sehr attraktiv und angenehm, da die Frameworks von A bis Z alles bieten, was man braucht, und zudem sehr einfach zu konsumieren sind. Allerdings sollte man auch bedenken, wie es mit einem Infrastructure Lock-in aussieht. Lässt sich die Applikation jemals bei einem anderen Anbieter betreiben? Kann ich den Cloud-Anbieter wechseln? Es ist schwer zu sagen, welche die wichtigsten Kriterien sind, aber definitiv sind folgende von großer Bedeutung. Erstens die Modularität und Wiederverwertbarkeit, um die Anwendung schlank und anpassungsfähig zu halten, zweitens Sicherheit als absoluter Core-Value, denn Applikationen sollten keinesfalls ohne Berücksichtigung moderner Cyber Threats entwickelt werden, das muss schon in der Dev- und Testphase geschehen. Und drittens Infrastructure Independence – das ist vor allem im Cloud-Native-Umfeld ein Thema – es ist schwer, die Bedürfnisse der Zukunft vorherzusehen und welche Plattform diese dann bestmöglich erfüllen kann.

 Mit welchen Angeboten unterstützen Sie IT-Organisationen und die Fachbereichs-IT in den Unternehmen im Detail?

Roman Borovits: Wir fokussioeren uns auf Application Services. Application Services machen Applications erst konsumierbar und sind zur Absicherung gegen Cyber Threats unabdingbar. Diese Services reichen von Loadbalancing, Authentication über Web Application Protection bis hin zu Fraud Detection. Unsere Application Services sind in jeder Architektur einsetzbar und geben dem Kunden die sogenannte Freedom of Choice, auch zwischen traditionellen und modernen Architekturen zu migrieren.

Werfen wir einen Blick voraus: Wie wird die Bereitstellung von Cloud-Native-Ressourcen in den nächsten zwei bis drei Jahren idealerweise aussehen?

Roman Borovits: Die Zukunft liegt in Distributed Architectures und Multicloud Environments. Jede Cloud-Plattform bietet ihre Vorteile, die eine fokussiert auf Datenbanken, die andere auf Artificial Intelligence und Machine Learning etc. Applikationen brauchen aber viele dieser Eigenschaften. Als Microservice realisiert, ist es auch kein Problem, wenn ein Teil bei Anbieter A und ein Teil bei Anbieter B läuft. Aus Sicht des Betreibers ist es dann aber wichtig, auf Operability und Management zu achten – hier können unsere modernen Application Services unterstützen. Diese sind für klassische Datacenters und moderne Distributed Architectures in Multicloud Environments verfügbar.

 


Case Study: reifen.com

Als Multi-Channel-Anbieter von Reifen, Rädern und Reifendiensten wollte reifen.com mit einer neuen Lösung die Performance seiner Online-Angebote verbessern sowie hohe Sicherheits- und Compliance-Standards erfüllen. Das Ziel war dabei ein nahtloses kanalübergreifendes Kundenerlebnis – von den Online-Shops bis zu den Dienstleistungen, die von Tausenden Reifenmontagepartnern angeboten werden. Wie das Unternehmen diese Herausforderung adressiert hat, lesen Sie in der Case Study. 

IDC

 

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