Security-Experte Mirco Kloss: Die Herausforderungen der Zukunft werden wir nur gemeinsam lösen

von Katja Schmalen

Viele Unternehmen haben Industrial IoT-Projekte gestartet, aber nicht alle führen zum Ziel. Wie Unternehmen die Steuerung und damit den langfristigen und wirtschaftlichen Erfolg von IIoT-Initiativen positiv beeinflussen können, wollten wir anlässlich der Vorstellung der IDC Studie “Industrial IoT in Deutschland 2022” von Mirco Kloss, Business Development Manager Operational Technology DACH bei Fortinet wissen.

IDC: Schwierige Rahmenbedingungen wie die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie, gestörte Lieferketten und Rohstoffknappheiten stellen Industrieunternehmen weiter auf die Probe. Wie kann Industrial IoT am besten dabei helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen?

Mirco Kloss: Die Digitalisierung schreitet voran und kann auch dabei unterstützen, diese Herausforderungen zu lösen. Themen wie Big Data und Digitaler Zwilling sind hier als Beispiele zu nennen. Einerseits das präzise Tracking der Lieferkette, um eine genaue Prognose der Fertigungs- und Lieferzeiten vorauszusagen, auf der anderen Seite auch verlässliche Voraussagen von möglichen Wartungsfenstern und Reparaturen, um eine hocheffiziente Produktion zu gewährleisten.

Wichtige Voraussetzungen für die Umsetzung von IIoT sind auch der Wandel der Organisation und die interne Zusammenarbeit. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die IT/OT-Konvergenz und welche Tipps haben Sie, um diese zu erreichen?

Mirco Kloss: Die Integration der Netze ist im vollen Gange. Die vorab genannten Beispiele und Industrie 4.0 sind ohne das Zusammenwachsen nicht umsetzbar. Daher ist es wichtiger denn je, dass Abteilungen zusammenarbeiten. Ein wichtiger Schritt ist es zu verstehen, dass jede Abteilung für sich eine Expertise in ihrem jeweiligen Aufgabengebiet hat. Beide Seiten bringen Erfahrungen ein, welche nun auf Augenhöhe zusammengebracht werden müssen. Denn die Herausforderungen der Zukunft werden wir nur gemeinsam lösen.

Viele Unternehmen haben IIoT-Projekte gestartet, aber nicht alle führen zum Ziel. Welche Best Practices können Sie empfehlen, um die Steuerung und damit den langfristigen und wirtschaftlichen Erfolg von IIoT-Initiativen positiv zu beeinflussen?

Mirco Kloss: Nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll. Die Sinnhaftigkeit sollte daher von den handelnden und verantwortlichen Personen hinterfragt werden. Auch sollte der Kundennutzen im Fokus stehen, und die Mitarbeiter einzubinden ist ebenfalls von Bedeutung für den Erfolg. Wir als Cyber-Sicherheits-Unternehmen appellieren daran, uns von Anbeginn des Projektes mit an den Tisch zu nehmen. Denn wenn Cyber-Sicherheit von Anfang an mitgedacht wird, ist es einfacher, sie zu implementieren, als hinterher festzustellen, dass noch Cyber-Sicherheit nachgerüstet werden muss.

IDC erwartet in Zukunft eine zunehmende Zusammenarbeit und gemeinsame Geschäftsmodelle von verschiedenen Unternehmen in Industry Ecosystems – vor allem auch zwischen traditionell getrennten Branchen. Welche Voraussetzungen müssen Unternehmen aus Ihrer Sicht schaffen, um Teil der zukünftigen Wertschöpfungssysteme zu sein?

Mirco Kloss: Wir sehen dies ähnlich. Es geht nur gemeinsam und „Cyber-Sicherheit ist ein Team-Sport“. Daher ist die unsere Security Fabric Platform darauf ausgelegt, die eigenen, aber auch Fremdlösungen zu integrieren und zu automatisieren. Firmen sollten sich von einem Ich- zu einem Wir-Ansatz weiterentwickeln und von vornherein offene Schnittstellen anbieten, damit sich andere Lösungen nahtlos integrieren lassen. Dabei gilt aber auch hier zu beachten, dies gegen Cyber-Angriffe, Spionage und Sabotage zu schützen.

Auch die Zukunft verspricht noch einige Herausforderungen, beispielsweise hinsichtlich steigender Energiekosten, Nachhaltigkeit und Cybersecurity. Welche Rolle wird Industrial IoT für die Zukunft der Industrie spielen, welche technologischen Entwicklungen erwarten Sie und was streben Sie als Anbieter an?

Mirco Kloss: Die Digitalisierung kann und wird helfen, die Herausforderungen zu lösen. Wir sollten daher weiter daran arbeiten, Lösungen zu „smartifizieren“. Denken wir z. B. an smarte Fertigung, smarte Gebäude, smarte Städte. Eine vollautomatisierte Fertigung bedarf eventuell keiner Beleuchtung mehr. Effizient gesteuerte Gebäude und Fertigungshallen sparen ebenfalls Energie und die Mobilität der Zukunft ist nur ein Themenfeld der Smart City. Wir stehen erst am Anfang der Digitalisierung und es wird noch sehr viel passieren. Wir sind gewappnet diese Zukunft zu sichern. Denn unsere Vision ist es, eine digitale Welt zu ermöglichen, der man immer vertrauen kann, und unsere Mission ist es, Menschen, Geräte und Daten überall zu sichern.


Case Study: BERTSCH Holding

BERTSCH baut Anlagen und Apparate vornehmlich. Denn der familiengeführte Traditionsbetrieb aus Bludenz im Westen Österreichs ist mit seinen operativen Unternehmen einer der führenden Anbieter im Kraftwerks- und Apparatebau sowie im Anlagenbau für die Nahrungsmittelindustrie. Mit 20 Standorten weltweit und rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein neues, modernes Netzwerk für die hauseigene IT musste her. Mit Sicherheit von A bis Z, und einer zukunftssicheren Architektur aus einem Guss.

Wie das Unternehmen diese Herausforderung adressiert hat, lesen Sie in der folgenden Case Study.

 

Das könnte Sie auch interessieren