Umfassendes Datenhandling: Speichertechnologien und Cloud auf dem Prüfstand

von Katja Schmalen

Im ersten Teil unserer Serie ging es um die Evaluierung der Datenqualität als Basis für die Ableitung aller nachfolgenden operativen und strategischen Schritte. In diesem Beitrag schauen wir uns das Thema Datenhandling mit Fokus auf Speichertechnologien und Cloud an.

First Things First: Speicherbedarf analysieren, Speichertechnologien optimieren

Speichersysteme bilden die Basis des Daten-Stacks. Ihre Qualität trägt wesentlich zum Erfolg der Dateninitiativen bei, denn die Technologie ist der grundlegende Enabler für die Prozesse. Der Storage selbst wird immer intelligenter und agiler, da Speichersysteme selbst Analytics- und Machine-Learning-Funktionalitäten nutzen, um sich hinsichtlich Skalierbarkeit, Agilität und Konnektivität zu optimieren.

Die IDC-Befragung zeigt, dass das Datenwachstum den Bedarf an Storage erhöht und insbesondere der Bedarf an cloudbasierten Speicherlösungen steigt. Aber auch Speichersysteme, die nicht in der Cloud laufen, sind nach wie vor relevant. Prüfen Sie für Ihren Use Case, welche Speichertechnologie und welcher Speicherstandort den größten Nutzen bringen. Eine moderne Datenarchitektur ermöglicht IT-Organisationen ein flexibles Agieren und Reagieren auf Veränderungen. Sie sollte bei der Planung neuer Dateninitiativen immer an erster Stelle der Aktivitäten stehen.

Das allgemeine Wachstum der digitalen Daten ist allerdings nur ein Grund für einen höheren Storage-Bedarf. Für jeweils knapp ein Drittel der Befragten sind neue Datenquellen sowie wachsende Datenmengen in vorhandenen Quellen wesentliche Gründe für mehr Storage in der Cloud. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist das Vorhalten von Speicherkapazität, u. a., um auf regulatorische Anforderungen reagieren zu können.

Jede Branche hat ihre spezifischen Anforderungen. Beispielsweise werden in der diskreten Fertigung und in der prozessorientierten Fertigung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen neue Datenquellen deutlich häufiger als Grund für die Erweiterung von Storage genannt als in anderen Branchen.

Datenstrategie: Welchen Nutzen bietet die Cloud?

Die Cloud unterstützt Unternehmen sowohl bei der Lösung aktueller Herausforderungen als auch bei strategischen Entscheidungen, d. h., sie hilft bei der Digitalisierung von Prozessen und sie sichert die Flexibilität, die Verantwortliche in unterschiedlichen Situationen benötigen. In diesem Kontext werden immer mehr Workloads in die Cloud verlagert und damit auch ein großer Anteil der Daten.

Wie die Befragungsergebnisse zeigen, kommen die Daten in den unterschiedlichen Public Cloud Services zum Einsatz. Das sind im Einzelnen SaaS (16 Prozent), IaaS (12 Prozent) und PaaS (12 Prozent). Typische SaaS-Anwendungsszenarien sind webbasierte E-Mail-Dienste und Collaboration Tools, ERP-Lösungen, CRM-Tools, Datenbanken sowie Dokumenten- und Content-Verwaltungslösungen. Zu den IaaS-Diensten zählen Server, Speicher-Systeme und Netzwerk-Ressourcen. IDC beobachtet aufgrund der anhaltenden Ransomware-Attacken eine starke Nachfrage nach Disaster-Recovery-Lösungen als ein typisches Nutzungsszenario für IaaS.

PaaS spielt seine Stärken besonders bei der Anwendungsentwicklung aus. Weitere Einsatzgebiete sind API-Entwicklung und API-Management, das Entwickeln von mobilen Lösungen, Business Intelligence Analytics und zunehmend Künstliche Intelligenz sowie IoT- und Business-Process-orientierte Plattformen.

Für viele Entscheider stellt sich derzeit die Frage, wie sie den Weg in die Cloud schrittweise gehen können. Ein „Lift und Shift“ der Anwendungsumgebungen löst die Unternehmen von der Beschaffung und Wartung dezidierter Infrastruktur. Aus Datensicht ist das lediglich ein Verschieben des Workloads auf eine andere Infrastrukturplattform. Ein wirklicher Nutzen entfaltet sich erst dann, wenn Infrastruktur, Infrastrukturanwendungen und Businessapplikationen in einem Stack zusammengeführt sind und Automatisierung, Skalierbarkeit und Agilität ermöglichen. Das ist vor allem bei komplexen Analysen und bei KI von hoher Relevanz. Wenn Unternehmen diesen Schritt der Überführung der Daten in den Cloud Stack gegangen sind, dann sind sie in der Lage, mit ihrer modernisierten Plattform datengetriebene Geschäftsmodelle direkt voranzutreiben.

In der Diskussion um Datensicherheit, Datenschutz und Compliance nimmt der Datenstandort weiterhin einen prominenten Platz ein. Dabei werden im Wesentlichen nach wie vor zwei Aspekte diskutiert: Sollen Entscheider die Daten grundsätzlich Dritten anvertrauen und können Dritte die Anforderungen des Unternehmens erfüllen? Diese Fragen muss sich jeder Entscheider stellen und individuell für sein Unternehmen beantworten. Unternehmen sollten unbedingt prüfen, welche Datenstandorte ihre Anforderungen am besten erfüllen.

Im dritten und letzten Teil unserer Serie geht es um die Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle und die notwendigen Veränderungen im Unternehmen.

 

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