Wann Sie wissen, ob Ihre IIoT-Idee skaliert – oder auch nicht

von Katja Schmalen

Wir haben Dr. Mike Eissele, CTO bei TeamViewer zum Industry Talk eingeladen und ihn u.a. gefragt, was nach seiner Erfahrung die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung von Industrial-IoT-Initiativen sind.

IDC: Industrial IoT hat in den letzten Monaten deutlich an Fahrt gewonnen. Wie helfen Sie Unternehmen, die sich bisher noch nicht mit Industrial IoT beschäftigt haben, dieses Thema anzugehen?

Dr. Mike Eissele: Die Nachfrage nach Industrial-IoT-Lösungen hat in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Unsere IIoT-Kunden treiben im Wesentlichen zwei Herausforderungen um. Einerseits das Thema Sicherheit der Datenverbindung beim Fernzugriff auf Geräte und Maschinen an verschiedenen Standorten, andererseits spielt das Thema Interoperabilität – also die Fähigkeit, gemischte Gerätelandschaften in oft komplexen IT-Landschaften effizient und zuverlässig verwalten zu können – eine immer größere Rolle. Beide kritischen IIoT-Anforderungen – hohe Sicherheit auf der einen und Interoperabilität auf der anderen Seite – deckt unsere IoT-Lösung heute ab. Unsere Kunden schätzen die lange Erfahrung, hohe Expertise und Verlässlichkeit im Bereich Sicherheit. Hinzu kommt, dass es sich um eine cloudbasierte Lösung handelt, die im Gegensatz zu einer VPN-Lösung innerhalb von Stunden oder Tagen einsatzfähig ist.

IDC: Wir haben festgestellt, dass viele IoT-Projekte nach der Proof-of-Concept-Phase (PoC-Phase) nicht weiterverfolgt werden. Was sind Ihrer Erfahrung nach wichtige Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung von Industrial-IoT-Initiativen und wie unterstützen Sie die Unternehmen dabei?

Eissele: Die Erfolgsfaktoren sind vielfältig und abhängig von der individuellen IIoT-Fragestellung. Was wir beobachten, ist, dass vor allem kleinere Unternehmen sich gerade erst mit den Umsetzungshürden von IIoT vertraut machen. PoCs sind ein natürlicher Teil dieser Lernkurve. Ein typisches Problem bei PoCs für diese Unternehmen ist, dass ihre PoCs zu klein gedacht sind und nicht ambitioniert genug umgesetzt werden. Daher ist es wichtig, dass PoCs eine klare und hinreichend große Ambition verfolgen und so aufgesetzt werden, dass innerhalb von weniger als drei Monaten klar wird, ob eine IIoT-Idee skaliert oder nicht. Für produzierende Unternehmen, die IoT-Konzepte erst einmal ausprobieren wollen, haben wir ein IoT-Starter-Kit im Angebot. In Kooperation mit Bosch und Dell haben wir ein IoT-Kit entwickelt, das alle notwendigen Hard- und Softwarekomponenten vereint. Über die mitgelieferten Multisensoren können beispielsweise Temperatur- und Vibrationsdaten von Maschinen aufgezeichnet und für Echtzeitanalysen im IoT-Dashboard verwendet werden.

IDC: Mit welchen Angeboten im Bereich Industrial IoT unterstützen Sie IT-Organisationen und Fachbereiche im Detail?

Eissele: Wir geben Unternehmen eine IIoT-Lösung an die Hand, mit der sie rund um die Uhr und von überall auf der Welt Geräte und Maschinen überwachen und steuern können. Maschinendaten können zentral über unser IoT-Dashboard verwaltet und regelbasierte Warnungen festgelegt werden. Unser IIoT-Produkt deckt dabei drei wesentliche IoT-Anwendungsfälle ab: Remote Operations, Assistance und Alarming. Mit Remote Operations können produzierende Unternehmen Maschinen aus der Ferne überwachen und aktiv steuern. Die Notwendigkeit einer planmäßigen, kostenintensiven Wartung vor Ort wird deutlich reduziert, Produktionsausfälle minimiert oder vermieden. Remote Assistance ermöglicht es Unternehmen, Probleme an IoT-Endpunkten per Fernzugriff zu analysieren und zu beheben. Die Fehlersuche aus der Ferne, die gezielte Auswahl eines geeigneten Service-Mitarbeiters basierend auf einer Analyse aus der Ferne oder die aktive Unterstützung des Servicepersonals bei der Fehlerbehebung vor Ort wird massiv vereinfacht. Mit Remote Alarming können Grenzwerte definiert, in einem zentralen Dashboard zusammengefasst und somit Maschinenanomalien bei Abweichungen schnell identifiziert werden.

IDC: Welche Vorteile sehen Ihre Kunden in der Praxis beim Einsatz von Industrial-IoT-Lösungen?

Eissele: Industrial IoT zeigt unseren Kunden neue, innovative Möglichkeiten auf, komplexe Produktions- und Lieferkettenabläufe zu optimieren und den steigenden Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden. Neben den zuvor genannten Punkten wird die Produktivität der Mitarbeiter durch flexiblere Produktionsabläufe gesteigert und der Qualitätssicherungsprozess von Produkten erheblich verbessert. Letztendlich schätzen unsere Kunden vor allem die Echtzeitanalyse von Maschinendaten und die unmittelbare Klarheit über notwendige Schritte zur Problemlösung. Hinzu kommt die strategische Bedeutung. Im Wettbewerb um neue Kunden und effizientere Leistungserbringung kann es sich mittelfristig kein Unternehmen mehr leisten zu warten.

IDC: Werfen wir einen Blick in die Zukunft: IoT-Ökosysteme werden immer komplexer und umfassen viele Komponenten und eine Fülle von Daten. Wie positionieren Sie sich innerhalb solcher Ökosysteme und wie werden Sie Ihren Kunden helfen, diese Komplexität zu beherrschen?

Eissele: Bei unseren IoT-Produkten ist es uns besonders wichtig, dass unsere Kunden ihre Maschinendaten schnell und einfach nutzen können und dabei auf unsere nun fast fünfzehnjährige Expertise als deutsches Unternehmen mit umfangreicher Sicherheitsinfrastruktur vertrauen können. Unser benutzerfreundliches IoT-Dashboard hilft Unternehmen dabei, den Status und die Leistung von Maschinen in Echtzeit auszuwerten und auf die Endgeräte zuzugreifen. Als Software-Anbieter arbeiten wir allerdings auch an dem Aufbau unseres eigenen Ökosystems: Unser Produkt lässt sich beispielsweise problemlos in Plattformen von Drittanbietern integrieren. Des Weiteren arbeiten wir auf der Hardware-Seite mit namhaften Partnern wie zum Beispiel Bosch, Dell, Sys Tec oder GFR zusammen. Unsere Mission ist es, für unsere Kunden den Einstieg in die IIoT-Welt massiv zu erleichtern und dabei die höchsten Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

IDC: Danke für das interessante Gespräch, Herr Dr. Eissele!

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