Experte Nick Mills: Warum der Developer Experience Engineer so wichtig ist

von Katja Schmalen

Der Developer Experience Engineer wird den Wandel massgeblich mitgestalten und für den Erfolg von Entwickerteams sorgen, sagte uns Nick Mills, General Manager EMEA bei CircleCI kürzlich anlässlich der Vorstellung der neuen IDC Studie “Cloud Native und DevOps in Deutschland 2021”  im Interview.

IDC: Die Modernisierung der IT steht in vielen IT-Abteilungen ganz oben auf der Agenda. Welche Aspekte sind innerhalb des Themas Cloud Native und DevOps aus Ihrer Perspektive in diesem Jahr besonders spannend?

Developer Experience Engineer InterviewNick Mills: Infolge der Corona-Pandemie hat sich in den letzten 12 Monaten die digitale Transformation eines ganzen Jahrzehnts vollzogen. Viele Unternehmen aller Branchen beschleunigten die Umstellung ihrer Geschäftsmodelle auf „Digital First“, um rasch auf die veränderten Bedürfnisse ihrer Kunden und Kundinnen zu reagieren. Um diese weitreichenden Veränderungen zu meistern, spielten IT-Abteilungen eine wesentliche Rolle in erfolgreichen Transformationsprozessen. Dies führte dazu, dass Programme zur „Modernisierung der IT“ einen höheren Stellenwert für Unternehmen aller Größenordnungen erhielten. Insbesondere cloudnative und DevOps-Projekte gewannen an Bedeutung und bilden die Grundlage für die Innovation, die erforderlich ist, um in diesen beispiellosen Zeiten wettbewerbsfähig zu bleiben.

Vorrangig Projekte dieser Art und spezielle Tools wie CI/CD erlaubten es IT-Teams, effizienter auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zu reagieren, das Innovationstempo zu erhöhen sowie Probleme schneller zu erkennen und zu beheben.

Viele Unternehmen betrachten eine umfassende Automatisierung von Abläufen im SDLC sowie die Integration und Orchestrierung von internen und externen Services als einen vielversprechenden Ansatz. Wie bewerten Sie diese Sichtweise?

Mills: Softwareentwicklung ist komplex und wird immer komplexer, insbesondere durch den zunehmenden Einsatz von Microservices-Architektur und Cloud-Infrastrukturen. Trotz dieser Komplexität bieten diese Technologien den Entwicklungsteams die nötige Flexibilität und die Performance, um Lösungen, die den größten Mehrwert für ihre Kunden schaffen, statt lediglich Standard-Anwendungen zu entwickeln, zu verwalten und zu unterstützen. Automatisierung macht zudem den gesamten Softwareentwicklungsprozess schneller und bringt neueste Entwicklung effektiver zum Endkunden.

Insgesamt können diese Technologien und Prozesse eine große Wirkung auf die Produktivität von Softwareentwicklungsteams haben und zu spürbaren Kosteneinsparungen sowie Steigerungen in der Effizienz führen. Um die Vorteile der Microservices-Architektur und der Cloud-Infrastruktur voll ausschöpfen zu können, müssen Softwareteams neue Denkweisen einführen sowie eine Reihe neuer Prozesse annehmen.

Sie sprechen tagtäglich mit Ihren Kunden über die Optimierung der Value Chain im Cloud-Native-Umfeld. Welche Ressourcen müssen berücksichtigt werden und welche sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren, um die Anwendungsentwicklung und Anwendungsmodernisierung ideal umzusetzen?

Mills: Der Übergang zu einer cloudnativen Umgebung kann eine Veränderung dabei bedeuten, wie Code erstellt, getestet und bereitgestellt wird. Die Vorteile von Microservices-Architekturen usw. sind zwar beträchtlich, aber sie können die Komplexität erhöhen und die Verwaltung von Änderungen erschweren, wenn nicht die entsprechenden Tools vorhanden sind. Bei einem Microservices-Ansatz werden die einzelnen Dienste in einzelne Bestandteile zerlegt und können unabhängig voneinander in hohem Tempo weiterentwickelt werden. Die Gesamtumgebung bleibt schlank. Somit wird sichergestellt, dass die Teams weiterhin schneller und effizienter arbeiten können.

Die Identifizierung und das Testen unterschiedlicher Quellen von Änderungen, insbesondere über Dienste von Drittanbietern, kann jedoch zu einer Herausforderung werden, wenn der Änderungsbedarf aus vielen Quellen kommt und immer komplexer wird. Vor diesem Hintergrund ist ein spezielles Tool, z. B. eine CI/CD-Plattform, der Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Implementierung der App-Entwicklung in einer Cloud-Native-Umgebung. Diese Tools helfen, Änderungen zu validieren und sicherzustellen, dass sie korrekt sind, bevor sie an den Endnutzer weitergegeben werden.

Mit welchen Angeboten unterstützen Sie IT-Organisationen und die Fachbereichs-IT in den Unternehmen im Detail?

Mills: Softwareteams weltweit nutzen CircleCI, um zuverlässig hochwertigen Code zu liefern. Als größte Plattform für kontinuierliche Integration und Bereitstellung (CI/CD) ermöglicht CircleCI Entwicklern die nahtlose Umsetzung von Ideen in die Praxis, und das in großem Umfang. Unsere Plattform ist für die Produktivität, Geschwindigkeit und das Vertrauen der Entwickler optimiert. Wir wissen, wie Entwicklerteams arbeiten und wie ihr Code läuft. Unternehmen wie Intuit, Apple und Spotify nutzen CircleCI, um ihre Produktivität zu steigern, bessere Produkte zu entwickeln und schneller auf den Markt zu bringen.

Werfen wir einen Blick voraus: Wie wird die Bereitstellung von Cloud-Native-Ressourcen in den nächsten zwei bis drei Jahren idealerweise aussehen?

In einer Welt, die sich zunehmend auf digitale Technologien stützt, wird die Bereitstellung digitaler Produkte und Dienstleistungen ein strategischer Fokus für immer mehr Unternehmen sein. Um dies zu ermöglichen, benötigen Unternehmen nicht nur spezielle DevOps-Tools, sondern auch an zentraler Stelle die Softwarelösungen, die ihren Entwicklern die bestmögliche Arbeitsumgebung für den Erfolg bereitstellen. Diese Aufgabe wird künftig immer stärker der Developer Experience Engineer (DXE) übernehmen. Der Schwerpunkt dieser Rolle liegt darin, sicherzustellen, dass die Entwickler über die richtigen Tools, Prozesse und Umgebungen verfügen, um ihre Produktivität zu maximieren und den größtmöglichen Geschäftswert zu erzielen. Der DXE schafft die Grundlage für den Erfolg von Entwicklungsteams, und ich bin gespannt darauf zu sehen, welche Resultate Entwicklungsteams durch den verstärkten Fokus und die Flexibilität, die die Rolle des Developer Experience Engineer ermöglicht, erzielen können.

 


Case Study: Pitch

Pitch  wurde  2018  von  den  Köpfen  hinter  Wunderlist  gegründet  und  ist  eine  kollaborative  Präsentationssoftware  für  moderne  Teams.  Als cloudnatives Unternehmen arbeitet Pitch eng mit internen und externen Teams zusammen, um ein Ökosystem zu schaffen, in dem Teams hochwerti-ge Ideen entdecken, erstellen und miteinander teilen. Das  Pitch-Entwicklungsteam  arbeitet  agil,  doch  Herausforderungen  bei  der  Nutzung  der  Plattform  wirkten  sich  nachteilig  auf  den  Erfolg  und die Effizienz der Teams aus. Wie das Unternehmen diese Herausforderung adressiert hat, lesen Sie in der Case Study. 

IDC

 

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