Warum der IT auf Abruf die Zukunft gehört und Cloud kein Allheilmittel ist

von Katja Schmalen

Wir haben Achim Freyer, Regional Director, CEUR & EEUR bei Rubrik im Rahmen des Industry Talk gefragt, was aus seiner Sicht die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind, um die Cloud richtig aufzusetzen oder weiterzuentwickeln.

 

IDC: Die Modernisierung der IT steht in vielen IT-Abteilungen ganz oben auf der Agenda. Welche Aspekte sind innerhalb des Themas Cloud aus Ihrer Perspektive in diesem Jahr besonders spannend?

 

Achim Freyer: Besonders spannend ist der intensivierte Wettbewerb der verschiedenen Public-Cloud-Anbieter, und da denke ich jetzt nicht nur an die großen globalen Player. Die IT-Abteilungen sollten darauf achten, sich nicht in ein Lock-in mit einem Anbieter zu verlaufen, sondern ihre Multicloud-Fähigkeit zu behalten. Nutzer schätzen an der Cloud die vielschichtige Flexibilität – und genau diese gilt es zu bewahren. Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Public-Cloud-Anbieter ihre Kunden an sich binden, ohne sie zugleich einzuschränken.

 

IDC: Viele Unternehmen betrachten eine umfassende Automatisierung von Abläufen im Rechenzentrum sowie die Integration und Orchestrierung von internen und externen IT-Ressourcen und Business Services als einen vielversprechenden Ansatz. Wie bewerten Sie diese Sichtweise?

 

Freyer: Nicht zuletzt COVID-19 hat uns gezeigt, dass der Zugang zu Rechenzentren und üppiges Personal sehr schnell beschränkt werden können. Die Corona-Krise hat hier als Brennglas für Phänomene gedient, die wir schon lange sehen: Datenvolumen wachsen, die Anforderungen und die Flexibilität steigen, der Fachkräftemangel in der IT verschärft sich, die Digitalisierung erfasst mehr und mehr Unternehmensbereiche und der Wunsch nach mehr Kosteneffizienz in der IT ist allgegenwärtig. Automatisierung und Orchestrierung bieten Antworten auf alle diese Fragen. Im Mittelpunkt steht dabei eine hohe Flexibilität, idealerweise verbunden mit Self-Services. So kann in Krisen- und Transformationsphasen schnell auf veränderte Ausgangslagen reagiert werden. Automatisierung sowie Integration von Prozessen tragen maßgeblich dazu bei, die Gesamtkosten (TCO) zu reduzieren, und lassen Organisationen zudem flexibler werden. Klar ist aber auch: Die Cloud ist kein Allheilmittel und es gibt auch durchaus noch viele Szenarien, bei denen zumindest eine Kombination von Cloud und On-Prem ratsam ist.

 

IDC: Sie sprechen tagtäglich mit Ihren Kunden über die Optimierung der IT und die engere Verzahnung mit den Fachbereichen. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten drei Erfolgsfaktoren, die Unternehmen unbedingt berücksichtigen müssen, um die Cloud richtig aufzusetzen oder weiterzuentwickeln?  

 

Freyer: Der erste Schritt sollte sein, mit den Fachbereichen zu eruieren, wo aktuell Bedürfnisse bzw. Defizite herrschen und welche neuen Möglichkeiten sich ergeben können, wenn man auf die Cloud setzt. Dabei gilt natürlich zu bedenken, dass es DIE Cloud nicht gibt. Eine weitreichende Verlagerung der IT in die Cloud kann massgeblich helfen, Geschäftsprozesse zu beschleunigen und zu vereinfachen.

 

Zweitens sollte gemeinsam mit den Fachbereichen definiert werden, welche Prozesse und Daten aus spezifischen Gründen (beispielsweise mögliche Regresskosten) nicht in die Cloud geschoben werden sollten. Wer hier sauber plant, erspart sich später böse Überraschungen.

 

Der dritte Punkt sollte die gemeinsame Entwicklung eines Dashboards sein, auf dem die Ziele und Wegpunkte gemeinsam definiert werden. Ein – teilweiser – Umzug in die Cloud kann durchaus aufwändig sein – vor allem wenn die vorhandenen IT-Strukturen in einem „Wildwuchs“ über Jahre hinweg entstanden sind. Ein zentrales Management der Cloud-Ressourcen ist obligatorisch, um das Ausufern der Kosten zu verhindern. 

 

IDC: Mit welchen Angeboten unterstützen Sie IT-Organisationen und die Fachbereichs-IT in den Unternehmen im Detail? 

 

Freyer: Unsere zentrale Polaris Plattform bietet eine Gesamtübersicht alle Backup/Recovery-Installationen, welche auf Rubrik basieren, egal ob in der Cloud, hybrid oder lokal. Die Multicloud-Fähigkeit der Rubrikcluster, die vor Ort installiert werden, sowie die Unterstützung von Cloud Tiering reduzieren die Backup-Kosten ganz erheblich und verbessern die Performance der Backups deutlich. Damit sind weitere Vorteile, wie eine weitgehende Resistenz gegen Ransomware-Angriffe, verbunden.

Unsere Partner beraten unsere Kunden, welche Lösung nach gegebener Konstellation ideal ist und welche Cloud-Lösung (Private Cloud, Public Cloud, Hybrid Cloud) für ihre jeweiligen individuellen Anforderungen ideal ist.

 

IDC: Werfen wir einen Blick voraus: Wie wird die Bereitstellung von IT-Ressourcen in den nächsten zwei bis drei Jahren idealerweise aussehen? Welche Rolle spielt die Cloud dabei? 

 

Freyer: IT auf Abruf mit einer maximalen Flexibilität in Sachen Kosten, Performance und Skalierung, das ist die Zukunft. Diese kann nur mit – zumindest teilweise – Cloud-basierten Lösungen ökonomisch realisiert werden. Scale-up und Scale-down sind nicht nur in turbulenten Zeiten lebensnotwendige Voraussetzungen, da es für Unternehmen ungemein schwer ist, ihre zukünftigen Bedarfe abzuschätzen. Weitreichende Self-Services bei den Fachabteilungen sowie die Einbindung in Plattformen wie ServiceNow sollten die Norm werden, um IT – also Daten und Anwendungen – noch nutzerfreundlicher und wirtschaftlicher zu gestalten.

Case Study: Cloud Computing bei RheinEnergie

Die IT ist essentiell für die RheinEnergie und ihre Bedeutung nimmt zu, da auch Daten immer wichtiger werden. Das Unternehmen will mit neuen Technologien die Leistungsfähigkeit der IT verbessern. Zugleich soll die Komplexität für alle Beteiligten so niedrig wie möglich gehalten werden. Die Strategie lautet daher klar „Cloud first“ und „mehr IT“, um den Bedarf an neuen Services decken zu können. Wie das Unternehmen zur Hybrid-Cloud kam, lesen Sie in der Case Study.

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