5 Tipps für intelligente Kommunen: Wie Smart Cities zu mehr digitaler Resilienz kommen

von Katja Schmalen

Die Entstehung intelligenter Städte und Gemeinden (engl. Smart Cities)  ist auf die digitale Transformation zurückzuführen. IDC versteht unter einer intelligenten Stadt eine Stadt mit einem technologischen Wandel zur Erreichung sozialer, finanzieller und ökologischer Ziele; eine Definition, die eine ergebnisorientierte Sicht auf die Modernisierung und Digitalisierung in Bund, Ländern, Bezirken, Städten und Gemeinden zugrunde legt.

Dies beinhaltet eine breite Auseinandersetzung mit den Faktoren, die mit der Beschaffung und Implementierung von Technologien zusammenhängen, einschließlich der Arbeitskultur, der Entwicklung neuer Prozesse, der Qualifikation der Mitarbeiter sowie der Anforderungen und Wünsche der Bürger. Um wirksam zu sein, muss die Technologie diese Aspekte einbeziehen, wobei sich viele dieser Punkte durch die COVID-19-Pandemie nachhaltig verändert haben.

Die jüngsten Ereignisse, und zwar nicht nur die COVID-19-Pandemie, sondern auch die anhaltenden Cyberangriffe auf Behörden und extreme Wetterereignisse, die zu lokalen Notfällen führen, haben gezeigt, dass viele regionale und lokale Behörden nicht ausreichend auf diese Ereignisse vorbereitet sind.

Gleichzeitig verdeutlichen Störfälle großen Ausmaßes, wie wichtig es für die Behörden ist, schnell reagieren zu können, um wesentliche Aufgaben aufrechtzuerhalten und schnell neue Angebote zu schaffen. Diese Agilität, Zuverlässigkeit und Reaktionsfähigkeit hängt von der digitalen Resilienz ab. In dem neuen IDC eBook “Building Digital Resiliency in Smart Cities and Communities” gehen wir näher auf die Resilienz bei der digitalen Transformation von regionalen und lokalen Behörden ein.

Andauernde Disruption und Veränderungen führen zu einer proaktiven Haltung

Es liegt auf der Hand, dass wir mit anhaltender Volatilität, Veränderung und Disruption rechnen müssen. Ransomware- und DDoS-Angriffe auf regionale und lokale Behörden werden anhalten, und Umweltereignisse werden sich häufen. Darüber hinaus bedeutet das rasante Tempo des Informationsaustauschs und der Technologie, dass sich die Bedürfnisse von Unternehmen und Bürgern in Bezug auf den Service und die Erfahrungen mit der Verwaltung stark verändern werden.

Im Zuge der COVID-19-Pandemie haben wir erlebt, dass die Menschen neue Technologien schnell annehmen, dass Verwaltungsbehörden ihre Meinung über das Arbeiten von zu Hause aus ändern und dass die Kommunen sich eine digitalere Verwaltung wünschen. Diese Faktoren werden zu Änderungen in der Politik und in den Verordnungen führen, von neuen Genehmigungsverfahren bis hin zu neuen Zugriffsmöglichkeiten, und diese Änderungen erfordern entsprechende Maßnahmen.

Was verstehen wir nun unter digitaler Resilienz ?

Digitale Resilienz ist die Fähigkeit einer Organisation, sich schnell an Störungen des Geschäftsbetriebs anzupassen, indem sie digitale Fähigkeiten nutzt, um nicht nur den Betrieb zeitnah wiederherzustellen, sondern auch von den veränderten Bedingungen zu profitieren.

IDC Digital Resiliency Framework im Kontext Smart CitiesBei der digitalen Resilienz geht es darum, die Interdependenzen und Risiken, die mit den in fast allen Bereichen der Verwaltung eingesetzten Technologien verbunden sind, anzuerkennen und gegebenenfalls zu modifizieren. Entscheidend ist, dass digitale Resilienz nicht nur defensiv ist, wie bei der Wiederherstellung im Katastrophenfall oder bei der Cybersicherheit; digitale Resilienz ist vielmehr proaktiv, da Städte, Landkreise, Bundesländer und Regionen Technologien nutzen, um ihre Dienstleistungen als Reaktion auf veränderte Umstände und/oder Störungen zu verbessern.

 

Mehr digitale Resilienz für Smart Cities

Das Digital Resiliency Framework von IDC unterscheidet drei Stufen der digitalen Resilienz, die den Übergang von einer rein reaktiven Reaktion zu einer Strategie, die sich veränderte Bedingungen zunutze macht, verdeutlichen:

Reaktion und Wiederherstellung: In dieser Phase liegt der Fokus auf der Sicherheit der Mitarbeiter, der Wiederherstellung von Systemen im Katastrophenfall und der Einhaltung von Budgetvorgaben bei den Aufwendungen. Entscheidende digitale Technologien, die in dieser Phase zum Einsatz kommen, konzentrieren sich auf Business Continuity, Krisenmanagement und Kommunikation. Jetzt ist nicht die Zeit für tiefgreifende Analysen, Planungen oder Investitionen, sondern es muss

Expansion und Optimierung: In dieser Phase geht es um Produktivität, schnellere Entscheidungsfindung, Einbeziehung der Öffentlichkeit, Stabilisierung der Lieferketten und Kostensenkung. Es bleibt eine gewisse Zeit zum Analysieren, zum Planen und zum vorsichtigen Investieren. Vorhandene technologische Fähigkeiten werden optimiert, erweitert und ausgebaut, um auf Defizite zu reagieren, die durch die Disruption aufgedeckt werden. Typischerweise sind die digitalen Investitionen eher bescheiden und betreffen ein verbessertes Berichtswesen, Cloud-Migration, Remote-Arbeit, den Datenschutz und die Sicherheit, die Datenoptimierung und die Lieferkette.

Innovation und Schnelligkeit: In dieser Phase wird die digitale Widerstandsfähigkeit zu einem Kernbestandteil der zukünftigen Entwicklung, um zu überleben und zu wachsen. Zu den Prioritäten gehören der Aufbau einer intelligenten Organisation, agile Geschäftsabläufe, der Ausbau von Lieferantenökosystemen und die vorausschauende Planung für die nächste Krise. Typischerweise werden erhebliche Investitionen getätigt, z. B. in KI-Automatisierung, Analytik, digitale Zwillinge und Cloud-native Entwicklung.

Diese Phasen gelten auch für die sechs organisatorischen Bereiche der Resilienz – die organisatorische, die finanzielle, die betriebliche, die personelle, die Vertrauens- und Reputations- sowie die Kunden- und Ökosystem-Resilienz. Jeder dieser Bereiche hat seine spezifischen Ziele und digitalen Tools, die zur Erreichung dieser Ergebnisse eingesetzt werden, und zwar abhängig von der jeweiligen Phase der Resilienz.

In der Phase “Expand and Optimize” (Erweiterung und Optimierung) für die Resilienz der Arbeitskräfte könnten regionale und kommunale Behörden zum Beispiel Investitionen in folgende Bereiche in Betracht ziehen:

  • Low-Code/No-Code-Umgebungen, damit auch Nicht-IT-Mitarbeiter schnell auf die Bedürfnisse der Bürger reagieren können
  • Automatisierung für die Skalierung von Prozessen, wie z. B. die Kommunikation mit der Gemeinde und die Öffentlichkeitsarbeit
  • Tools für die Zusammenarbeit zur Unterstützung heterogener Teams.
  • Tools für Dokumentenmanagement und Content-Workflow zur Umstellung auf eine papierlose Verwaltung
  • Cloud-basierte Plattformen für vernetzte Erfahrungen.


Tipps für den Aufbau digitaler Resilienz in Smart Cities

Nehmen Sie eine proaktive Haltung zur digitalen Resilienz ein: Es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Aufbau digitaler Resilienz zu beginnen, doch der erste Schritt besteht darin, das Thema über Business Continuity und Disaster Recovery hinaus zu betrachten. Während BC/DR sicherlich von grundlegender Bedeutung sind, muss die Widerstandsfähigkeit auch Agilität, Flexibilität und Sicherheit über sechs organisatorische Dimensionen hinweg umfassen.

Nutzen Sie Cloud-Plattformen für mehr Agilität: Die Cloud kann mehr Sicherheit und Agilität bieten, um den Betriebsablauf zu skalieren oder zu verkleinern und auf kontinuierliche Innovationen zugreifen zu können. Die Migration von Altsystemen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, ist eine Möglichkeit, doch es gibt auch neue COTS-Cloud-Anwendungen, die schnell implementiert werden können, um die Funktionen für die Bürger zu erweitern.

Schaffen Sie Vertrauen und Sicherheit: Um auch weiterhin als verlässliche Quelle für die Bereitstellung von Informationen und Diensten wahrgenommen zu werden, müssen die Behörden für Vertrauen sorgen. Vertrauen entsteht, wenn Daten der Bevölkerung vertraulich und geschützt bleiben, wenn Websites eindeutige Hinweise zu Prozessen und Maßnahmen bieten, wenn Daten abrufbar sind und veröffentlicht werden, wenn die Verwaltungstätigkeit transparent ist, wenn die Bürger sehen, dass auf ihre Eingaben reagiert wird, und wenn Barrierefreiheit und Inklusion in alle Dienste eingebettet sind.

Ermöglichen Sie hybrides Arbeiten: Eine belastbare Belegschaft ist eine Belegschaft, die ihre Kernaufgaben unabhängig von ihrem Standort erfüllen kann. Wie bereits erläutert, müssen entsprechende Tools zur Verfügung stehen, damit die Arbeit auch dann fortgesetzt werden kann, wenn die Dienststellen von Smart Cities geschlossen sind.

Berücksichtigen Sie die Skills der Belegschaft: Sicherlich sind die Belegschaften der Behörden heterogen und die  erforderlichen Qualifikationen in den Bereichen Analytik, Anwendungsentwicklung, IT-Sicherheit und anderen wichtigen IT-Fachkenntnissen nicht immer gegeben. Das heisst, dass Sie bei Technologieinvestitionen auch immer die Fachkenntnisse und Kompetenzen des Personals berücksichtigt werden sollte – um die Systeme am Laufen zu halten, aber achten Sie auch auf die Nutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit neuer Technologien durch Nicht-IT-Mitarbeiter.

Als Reaktion auf COVID-19 haben unsere Behörden gezeigt, dass sie agil, reaktionsschnell und innovativ sein können; die Behörden haben ihre Dienstleistungen ausgeweitet, um den besonderen Anforderungen einer Pandemie gerecht zu werden, z. B. durch dezentrale Arbeitsplätze und Home Office, digitale Serviceangebote, mehr Flexibilität und Automatisierung. Die öffentliche Verwaltung sollte die Lehren aus dieser Erfahrung ziehen und ihre Pläne für den Ausbau von Dienstleistungen, die digitale Transformation und die Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Krisen weiter vorantreiben.

 


Falls Sie mehr über das IDC Digital Resiliency Framework und die Tools und Technologien erfahren möchten, die digitale Resilienz in Smart Cities und Gemeinden ermöglichen, isr das On-Demand-Webinar “Building Business and Digital Resiliency in Smart Cities” sehr wahrscheinlich spannend für Sie.

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