Wie Sie Ihren eigenen IIoT-Blueprint implementieren

von Katja Schmalen

Industrial IoT hat in den letzten Monaten deutlich an Fahrt gewonnen. Wir haben uns anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der neuen IDC Studie “Industrial IoT in Deutschland 2019/20” mit praxiserfahrenen Experten ausgetauscht. Der erste Kandidat in unserer Interviewreihe ist Christian Vogt, Senior Regional Director bei Fortinet.

IDC:  Wie helfen Sie Unternehmen, die sich bisher noch nicht mit Industrial IoT beschäftigt haben, dieses Thema anzugehen?

Christian Vogt: Die Integration digitaler Technologien ist in vielen Bereichen der Wirtschaft in vollem Gange, was zu grundlegender Veränderung des Geschäftsbetriebs und der Wertschöpfung für die Kunden führt. Daher sollten sich alle Unternehmen dieses Wandels annehmen. Aber oftmals bremsen Sicherheitsbedenken diesen Veränderungsprozess. Hier können wir zusammen mit unserem Partner-Ökosystem über Security-Konzepte aufklären und somit den Unternehmen dabei helfen, ihren eigenen IIoT-Blueprint zu implementieren.

IDC: Wir haben festgestellt, dass viele IoT-Projekte nach der Proof-of-Concept-Phase (PoC-Phase) nicht weiterverfolgt werden. Was sind Ihrer Erfahrung nach wichtige Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung von Industrial-IoT-Initiativen und wie unterstützen Sie die Unternehmen dabei?

Vogt: Bei der Planung von digitalen Projekten sollten Fehler akzeptiert und kein sofortiger ROI erwartet werden, sondern das Augenmerk auf eine langfristige Betrachtung der künftigen Möglichkeiten gelegt werden. In anderen Fällen wurde schon in digitale Projekte Zeit und Energie gesteckt, ohne den Kundennutzen zu hinterfragen und die Mitarbeiter einzubinden. Für den Erfolg müssen firmeninterne Silos abgebaut, alle Mitarbeiter, Kunden und Mitwirkende abgeholt und eingebunden werden und eine eindeutige Unterstützung des Managements vorliegen. Wir können bei der Umsetzung von digitalen Projekten insofern helfen, als diese technologisch sicher erfolgen.

IDC: Mit welchen Angeboten im Bereich Industrial IoT unterstützen Sie IT-Organisationen und Fachbereiche im Detail?

Vogt: Wir helfen beim Lernen, Einordnen und Schützen – und zwar durch Sichtbarkeit, Segmentierung und sichere Zugänge. Dies bedeutet eine Erfassung aller Assets, ihre Zuordnung und das Bereitstellen von sicheren Verbindungen. Denn was ich nicht sehe, kann ich auch nicht schützen. Mit der Fortinet Security Fabric erhalten Unternehmen eine umfassende Sichtbarkeit der gesamten digitalen Angriffsfläche bis hin zu einer integrierten KI-gesteuerten Verhinderung von Sicherheitsverletzungen über Geräte, Netzwerke und Anwendungen hinweg. Ebenfalls werden automatisierte Operationen, eine Orchestrierung und entsprechende Reaktionen bereitgestellt.

IDC: Welche Vorteile sehen Ihre Kunden in der Praxis beim Einsatz von Industrial-IoT-Lösungen?

Vogt: Unternehmen gewinnen eindeutig Wettbewerbsvorteile durch sichere Lösungen, Produkte und Dienstleistungen. Denn diese führen zu einer nachhaltigen Wertschöpfungskette und einer Abgrenzung zu Mitbewerbern. Cyber-Risiken können sich negativ auf Reputation und Kapitalisierung auswirken – hin zu einer möglichen Insolvenz. Daher sollten Unternehmen von vornherein die Security mit in alle Prozesse einbeziehen und Sicherheit als Business Enabler sehen. Außerdem helfen sichere Systeme, DSGVO-Strafzahlungen zu vermeiden, welche durch Datenverlust durchaus relevant werden können.

IDC: Werfen wir einen Blick in die Zukunft: IoT-Ökosysteme werden immer komplexer und umfassen viele Komponenten und eine Fülle von Daten. Wie positionieren Sie sich innerhalb solcher Ökosysteme und wie werden Sie Ihren Kunden helfen, diese Komplexität zu beherrschen?

Vogt: Die heute dringend benötigte Agilität und Effizienz wird nur zu erreichen sein, wenn alle Bereiche eines Unternehmens mit der digitalen Welt verbunden sind. Wir sehen eine weiterhin stark wachsende Komplexität im Aufbau von Netzen und Kommunikation. Daher benötigt die digitale Transformation auch eine Security Transformation. Wir stehen für den Wechsel von einem „Point Product“-Ansatz zu einem integrierten, konsolidierten Ansatz. Denn ein „Point Product“-Ansatz lässt sich nur schwer managen, hat eine hohe Komplexität und birgt damit auch mehr Sicherheitslücken. Ein integrierter, konsolidierter Ansatz bringt ein vereinfachtes Management, eine reduzierte Komplexität und vor allem eine umfassende und einheitliche Sicht, welche zu einer besseren Sicherheit führt. Die Fortinet Security Fabric ist ein solcher umfassender, integrierter und automatisierter Security-Ansatz, um der Sicherheitsanforderungen von heute und morgen Herr zu werden.

Im nächsten Teil unserer Interviewreihe zu Industrial IoT tauschen wir uns mit André Theilig von German Edge Cloud aus.

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